Internationale Organisationen

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Regionale Entwicklungsbanken

Die regionalen Entwicklungsbanken und die zugehörige Spezialinstitute für den privaten Sektor finanzieren Projekte und Programme Mitgliedsländern der betreffenden Region. Im Übrigen operieren sie nach ähnlichen Prinzipien wie die Weltbankgruppe: Überwiegend stellen sie für Investitionen im öffentlichen Sektor einen Teil der notwendigen Finanzierung zur Verfügung. Ferner finanzieren sie Devisenbedarf, der im Zuge von Strukturreformen in Wirtschafts- und Sozialsektoren entsteht.

In begrenztem Umfang arbeiten die regionalen Entwicklungsbanken auch unmittelbar mit der privaten Wirtschaft zusammen. Die Inter-Amerikanische Entwicklungsbank (IDB) kann seit 1995 privatisierte Infrastrukturprojekte fördern, ohne dass die Regierung des Projektstandorts für den Kredit haftet. Zur IDB gehört seit einigen Jahren ein Spezialinstitut, die Inter-Amerikanische Investitionsgesellschaft (IIC), das wie die IFC der Weltbankgruppe Privatunternehmen, besonders Klein- und Mittelindustrie, durch Kredite und Eigenkapitalbeteiligung fördert.

Die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB) und die Asiatische Entwicklungsbank (AsDB) stellen weniger als fünf Prozent ihrer Zusagen direkt für Maßnahmen des privaten Sektors zur Verfügung. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) soll dagegen laut Statut sogar 60% ihrer Mittel für die Förderung des privatwirtschaftlichen Bereichs einsetzen. Sie kann sich auch am Eigenkapital von Firmen beteiligen.

Die Kreditzusagen der Regionalbanken erfolgen überwiegend aus den so genannten ordentlichen Mitteln. Dies sind in erster Linie Mittelaufnahmen auf dem Kapitalmarkt, die durch das Haftungskapital der Mitglieder garantiert sind, ferner die aus den Gewinnen gebildeten Reserven und der eingezahlte Teil des Eigenkapitals. Die Regionalbanken können aufgrund der Haftung der Industrieländer die jeweils niedrigsten gültigen Marktzinsen erhalten und reichen die Mittel mit einem Aufschlag von rund 0,5 Prozentpunkten an die Entwicklungsländer weiter.

Den ärmsten kreditnehmenden Ländern werden zinsgünstige, so genannte konzessionäre Kredite aus von den Geberländern gespeisten Sonderfondsgewährt. Diese Fonds spielen insbesondere für AsDB und AfDB eine große Rolle, da die meisten und bevölkerungsstärksten der armen Länder zu ihren Kreditnehmern gehören.

Die EBWE hat keine konzessionären Mittel. Sie verfügt aber über erhebliche Treuhandmittel der einzelnen Geber, aus denen technische Zusammenarbeit in beschränktem Umfang gefördert werden kann. Die anderen Regionalbanken können für diesen Zweck auf Teile ihres Gewinns oder auf besondere Tranchen ihrer Sonderfonds zurückgreifen und haben ebenfalls Treuhandmittel bilateraler Geber zur Verfügung, wenn auch in geringerem Umfang.

Für die Zusammenarbeit der Bundesregierung mit der IDB, der AsDB, der AfDB und der Karibischen Entwicklungsbank (CDB) ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) federführend. Bei der EBWE ist dies das Bundesministerium der Finanzen (BMF).

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