Exportfinanzierung

Finanzierung von Exportgeschäften

Euromünzen und -scheine | © Fotolia

Quelle: Euromünzen und -scheine | © Fotolia

Forfaitierung

Eine weitere Möglichkeit der Exportfinanzierung, die es Exporteuren erlaubt, ihren Kunden Zahlungsziele zu gewähren, ohne dabei lange auf ihr Geld zu warten, ist die Forfaitierung.

Unter Forfaitierung versteht man den Ankauf von Forderungen unter Ausschluss des Rückgriffs auf den Verkäufer im Falle von Nichtzahlung durch den Kunden.

In einfachen Worten: Der Exporteur verkauft seine Forderung aus einem Exportgeschäft an einen Forfaiteur, in der Regel eine Bank. Mit dem Verkauf gehen alle Rechte und Risiken aus der Forderung an den Forfaiteur über. Das heißt: Bei Zahlungsausfall des Schuldners (Importeur) kann der Forfaiteur (Bank) keine Regressforderungen an den Exporteur richten.

Der Exporteur entlastet so nicht nur seine Bilanz und sichert seine Liquidität: Mittels Forfaitierung hat er zudem noch den Vorteil, sämtliche Risiken - politische, wirtschaftliche und Währungsrisiken - auf den Forfaiteur abzuwälzen.

Insofern ist es nicht verwunderlich, dass die Forfaitierung bei der finanziellen Abwicklung von Exportgeschäften immer mehr an Bedeutung gewinnt. Sie eignet sich insbesondere als Finanzierungsmöglichkeit einzelner mittel- bis langfristiger Exportforderungen, die jedoch in jedem Fall durch Sicherheiten unterlegt sein müssen.

Ausführliche Informationen und Beratung zur Exportfinanzierung mittels Forfaitierung bieten Hausbanken sowie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die Ausfuhrkreditgesellschaft (AKA).

Exportfactoring

Exportfactoring bezeichnet den Verkauf kurzfristiger Forderungen aus Warenlieferungen oder Dienstleistungsgeschäften an einen Forderungskäufer (Factor).

Der Exporteur tritt dabei sämtliche zukünftige Forderungen, die aus seinen Lieferungen oder Leistungen während eines vereinbarten Zeitraums entstehen, an den Factor ab. Dieser bucht und verwaltet die gekauften Forderungen und betreibt Mahnwesen und Inkasso. Der Exporteur verfügt so über sofortige Liquidität und entlastet seine Bilanz.

Factoringgesellschaften finanzieren in der Regel 80 bis 90 Prozent des Rechnungsbetrages. Mit den Forderungen übernimmt der Factor das Ausfallrisiko, politische Risiken verbleiben jedoch beim Exporteur. Aus diesem Grund eignet sich Factoring insbesondere für Exporte in Länder ohne oder mit geringem politischen Risiko.

Anders als bei der Forfaitierung, die in der Regel zur Finanzierung einzelner Exportgeschäfte eingesetzt wird, kommt Exportfactoring insbesondere dann in Frage, wenn ein fester Kundenkreis in bestimmten Ländern regelmäßig beliefert wird.

Ausführliche Informationen zum Exportfactoring und anderen Modellen der kurzfristigen Exporfinanzierung bietet die IHK Region Stuttgart:

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