Export von Dienstleistungen

Export von Dienstleistungen

Erfolgsfaktoren

Der Export von Dienstleistungen stellt Unternehmen vor besondere Herausforderungen. Denn anders als beim Warenhandel, bei dem in aller Regel standardisierte Produkte verkauft werden, zeichnen sich Dienstleistungen durch eine hohe Individualität aus. Sie sind in der Regel immateriell und nicht lagerbar; vor allem aber sind sie interaktiv und in hohem Maße personengebunden.

Sprachbarrieren sind beim Export von Dienstleistungen ungleich größere Hürden als beim Warenexport. Die Informationsbeschaffung ist aufgrund der Individualität der angebotenen Leistung mitunter schwieriger. Und auch im Bereich Finanzierung und Zahlungsabsicherung sehen sich Dienstleistungsunternehmen mit anderen Problemen konfrontiert als Exporteure von Gütern.

Doch es gibt auch Parallelen. Wie der klassische Warenexport erfordert auch der Export von Dienstleistungen eine gründliche Vorbereitung. Neben der genauen Kenntnis und Beobachtung der Märkte müssen die notwendigen innerbetrieblichen Voraussetzungen vorhanden sein bzw. geschaffen werden, Ziele definiert und - ganz wichtig - Kontakte hergestellt werden.

Wichtigste Voraussetzung für erfolgreiche Auslandsgeschäfte im Dienstleistungssektor sind qualifizierte und erfahrene Mitarbeiter. Interkulturelle Kompetenz und Kommunikationsstärke sind unbedingt erforderlich.

Für Unternehmen, die nicht über genügend qualifiziertes Personal verfügen, dass im Ausland eingesetzt werden kann, ist eine Kooperation mit einem lokalen Unternehmen häufig die einzige Möglichkeit, seine Serviceprodukte zu exportieren. Die Wahl des richtigen Geschäftspartners ist dabei eine der größten Herausforderungen, denn ein Fehlgriff kann schnell den Verlust von Know-how und Kundenkontakten bedeuten.

Zu diesem Ergebnis kommt auch die DIHK-Umfrage "Going International 2006". Demnach ist der wichtigste Erfolgsfaktor für Dienstleistungsunternehmen die Wahl des richtigen Geschäftspartners, gefolgt von der Produktqualität und qualifizierten Mitarbeitern. Als weitere Erfolgsfaktoren werden Marktkenntnisse, gute persönliche Kontakte sowie Netzwerke genannt.

Gemäß der Umfrage sind Dienstleistungsunternehmen im Vergleich zu den auslandsaktiven Unternehmen aus anderen Branchen stärker auf den geographisch nahe liegenden Märkten präsent. Das sind die Länder der EU 15, gefolgt von den neuen Mitgliedsländern und den Beitrittskandidaten. Mittelfristig haben aber viele Dienstleister Asien im Visier: In den nächsten zwei bis fünf Jahren sehen Sie die besten Perspektiven auf dem chinesischen und indischen Markt.

Die größte Dynamik der Geschäftsentwicklung sähen Dienstleistungsunternehmen mittelfristig in den Zielmärkten Indien, Russland, Korea, Frankreich und Japan. Schlusslichter in der Bewertung bilden Tschechien, Schweden, Polen, Belgien/Luxemburg und Rumänien/Bulgarien.

Bei den Dienstleistungsunternehmen überwiegt der Export. Kooperationspartner und Joint Ventures haben bei ihnen allerdings einen größeren Stellenwert als bei auslandsaktiven Unternehmen aus anderen Branchen. Zur Erbringung ihrer Dienstleistungen im Ausland sind sie häufiger auf externe Partner angewiesen, wenn sie erfolgreich in den Markt einsteigen oder sich dort behaupten wollen.

Insbesondere auf den nahe liegenden Märkten der EU und der EU-Bewerberländer sind schon viele Serviceanbieter mit eigenen Investitionen über Repräsentanzen, Tochterunternehmen und Joint Ventures präsent.

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