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02.04.2012

Deutsche Firmen in Tschechien erwarten gute Geschäfte

AHK veröffentlicht Konjunkturumfrage

Zwei Drittel der deutschen Firmen in Tschechien sehen die Wirtschaftsaussichten in Tschechien stabil oder positiv, 85 Prozent würden hier wieder investieren. Dies geht aus einer aktuellen Konjunkturumfrage der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer (DTIHK) unter über 150 Firmen hervor.

Der Optimismus ist gegenüber dem Vorjahr deutlich abgeflaut. Dennoch ist Tschechien aus Sicht der hiesigen Investoren der attraktivste Investitionsstandort in Mittel- und Osteuropa. Die eigene Geschäftslage bewerten die deutschen Unternehmen mehrheitlich positiver als die allgemeine Wirtschaftsentwicklung in Tschechien.

An der diesjährigen DTIHK-Konjunkturumfrage nahmen aus unterschiedlichen Branchen über 150 Unternehmen in Tschechien mit überwiegend deutscher Beteiligung teil. Die allgemeine Wirtschaftslage bewerteten zwei Drittel der Befragten als befriedigend und 14 Prozent sahen sie als gut an. Fast ein Viertel – und damit doppelt so viele wie im Vorjahr – bewerteten die aktuelle Lage als schlecht.

Inzwischen rechnet ein Drittel der Befragten mit einer Verschlechterung und die meisten mit einer Stagnation der Wirtschaftsaussichten, während 2011 noch fast die Hälfte der Befragten von einer Verbesserung ausging. Nur neun Prozent erwarten eine positive Entwicklung. Zuversichtlicher sind die Firmen, was die eigene Geschäftslage angeht: Obwohl etwa die Hälfte von keiner Veränderung ausgeht, erwartet mehr als jedes dritte Unternehmen 2012 wachsende Umsätze und steigende Gewinne.

Tschechien konnte in der Umfrage unter den hiesigen Investoren seine Position als attraktivster Standort in Mittel- und Osteuropa zurückgewinnen, nachdem 2010 und 2011 die Slowakei die Nase vorne hatte. Auch Polen lag hinter Tschechien, ebenso wie China, das zu
Vergleichszwecken in die Umfrage integriert wurde. Nur 15 Prozent der in Tschechien ansässigen Investoren aus Deutschland würden zum aktuellen Zeitpunkt einen anderen Investitionsstandort wählen. Im letzten Jahr waren es noch doppelt so viele.

Die stärksten Argumente für die wirtschaftliche Präsenz deutscher, aber auch anderer ausländischer Investoren liegen in der EU-Mitgliedschaft sowie in den qualifizierten, motivierten und produktiven Arbeitskräften in Tschechien. Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass
nicht genügend gut ausgebildete Fachkräft e nachkommen. So erhielt die gewerblichtechnische Ausbildung im Regionalvergleich keine guten Noten. DTIHK-Geschäftsführer Bernard Bauer kommentierte dies: „Wie unsere Umfrage zeigt, ist Tschechien für deutsche Investoren weiterhin sehr attraktiv und die Arbeitskräfte sind mit das wichtigste Kapital. Damit das auch so bleibt, müssen in der tschechischen Ausbildung Praxisbezug und Fremdsprachenkenntnisse wieder eine deutlich größere Rolle spielen.“

Der Fachkräftemangel wird sich mit einiger Verzögerung stark bemerkbar machen. Aktuell gehören laut Umfrage Korruption und die wenig effiziente öffentliche Verwaltung zu den größten Problemen in Tschechien, gefolgt von der nicht ausreichenden Rechtssicherheit und
politischen Stabilität.

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Hannes Lachmann

Deutsch-Tsche­chische Industrie- und Handels­kammer (AHK)

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