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31.07.2012

Holzindustrie in Myanmar: Chance für deutsche Maschinenbauer?

Vertriebs- und Servicenetzwerk besteht schon

(VDMA) - Mit Steuergeschenken, Zollfreiheit auf Maschinenimporte und Signalen der politischen Öffnung versucht die Regierung in Myanmar derzeit, ausländische Investoren anzulocken. Offensichtlich ist auch das Interesse von Vertretern der Holzindustrie aus den umliegenden Ländern geweckt:

So unternahm das Singapore Furniture Industries Council (SFIC) im Juni diesen Jahres eine „Investigative Mission“, um Gelegenheiten für Investitionen und Joint Ventures auszuloten. An der Reise nahmen hochrangige Branchenvertreter aus Singapur, Vietnam und weiteren ASEAN Staaten teil.

Tatsächlich machen neben den genannten Anreizen vergleichsweise üppige Holzvorkommen und billige Arbeitskräfte Myanmar zu einem vielversprechenden Standort für die Herstellung von Möbeln und anderen Holzprodukten. Das Ausbildungsniveau der Arbeiter gilt als hoch im Vergleich zu den umliegenden Ländern. Auch die Qualität der Produkte, die in den wenigen bestehenden Firmen in Myanmar hergestellt werden, ist gut. Unter diesen Voraussetzungen erscheinen Investitionen in Maschinen und Werkzeuge für die Holzverarbeitung in Myanmar in den kommenden Jahren wahrscheinlich. Experten trauen dem Land eine ähnlich rasante Entwicklung wie Vietnam zu.

Gerade deutsche Maschinenbauer dürfen dabei auf gute Geschäfte hoffen: Ihre präzisen und langlebigen Produkte sind ideal auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt. Die Hersteller können meist auf ein bestehendes Vertriebs- und Servicenetzwerk in der Region zurückgreifen. „Made in Germany“ oder „Engineered in Germany“ genießt schon heute einen exzellenten Ruf in der Möbelindustrie in Myanmar und darüber hinaus.

Maschinenverkäufe in Myanmar dürften allerdings mit zahlreichen Risiken behaftet sein: Im Zuge der politischen Lockerung wurden im Eiltempo zahlreiche Gesetze verabschiedet. Teilweise besteht aber derzeit durch die noch unklare Auslegung keinerlei Rechtssicherheit. Myanmar zählt zu den ärmsten und laut Transparency International korruptesten Ländern der Welt. Der Transport von Maschinen könnte zur Herausforderung werden, da die Verkehrsinfrastruktur im Land teilweise in katastrophalem Zustand ist. Trotz der Lockerung der Handelssanktionen könnte sich eine verbleibende Scheu westlicher Länder vor Produkten aus Myanmar als starkes Investitionshemmnis herausstellen. Ein messbarer Nachfrageschub ist derzeit noch nicht erkennbar – die deutschen Maschinenbauer stehen aber in den Startlöchern.

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Ingo Bette

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