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22.01.2018

Brasilien sucht Lösungen im Bereich Prozesswasser

Multiplikatoren in Deutschland zu Besuch

(BMWi) - Im Rahmen des Markterschließungsprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) wird vom 11. - 14. Juni 2018 eine Informationsreise für brasilianische Einkäufer und Multiplikatoren aus der chemischen und petrochemischen Industrie zum Thema Prozesswasser nach Deutschland durchgeführt. Die Informationsreise wird von dem Berliner Beratungsunternehmen energiewaechter GmbH in enger Zusammenarbeit mit der Auslandshandelskammer Brasilien – Rio de Janeiro organisiert und vom Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbauer e.V. VDMA unterstützt.

Die Delegation wird sich während des Aufenthalts in Deutschland über das Angebot und die Leistungsfähigkeit deutscher Unternehmen im Bereich Prozessindustrie und Wasserwirtschaft informieren, um in ihren Ländern Kauf- und/oder Kooperationsentscheidungen anzuregen. Dazu werden Informations- und Präsentationsveranstaltungen sowie Unternehmensbesuche bzw. Objektbesichtigungen durchgeführt. Zudem wird die Delegation auf der internationalen Leitmesse für Prozesstechnik ACHEMA ausgewählte Unternehmen an ihren Messeständen besuchen. Die Teilnehmer aus Deutschland sollen mehrheitlich KMU sein.

Brasilien verfügt über 19% der weltweiten Süßwasserreserven, dessen Verfügbarkeit ist jedoch regional sehr unterschiedlich verteilt. Ein Großteil der Wasserreserven liegt im Amazonasbecken, während es in den industriellen und urbanen Verbraucherzentren im Süden und Südosten des Landes regional zu Dürreperioden und Versorgungsproblemen kommt. In einigen Bundesstaaten werden Entsalzungsanlagen zur Behandlung von Meerwasser aber auch von brackigem Brunnenwasser betrieben. Nichtkonventionelle Wasserquellen (kommunales und aufbereitetes Abwasser) werden bislang nur in begrenztem Umfang genutzt, jedoch sollen nach dem Nationalen Aktionsplan bis 2030 ca. 90% der Abwässer behandelt werden.

Landesweit ist die Industrie für 17% des Wasserverbrauchs verantwortlich. Im Falle einer Wasserknappheit wird zuerst die industrielle Wasserversorgung reduziert, weshalb brasilianische Unternehmen sich zunehmend für Technologien zur Wiederaufbereitung interessieren. Das in der Industrie verwendete Wasser stammt meist aus eigenen Quellen und Brunnen, zudem wird in der Industrie ein bedeutender Anteil (ca. 36% in 2011) von Meerwasser verwendet, beispielsweise für Kühlprozesse. Durch die Ausweitung der Erdölexploration & -förderung im vor der Küste gelegenen Santos-Becken wächst zudem der Markt für die Offshore-Wasseraufbereitung mit 8,5% jährlich. Das Marktvolumen für Wasser- und Abwasserwirtschaft wird landesweit auf ca. 6 Mrd. US-$ geschätzt mit einem jährlichen Branchenwachstum von 7-10 %.

Die Informationsreise soll den Teilnehmern aus Brasilien sowohl Informationen als auch ein Bewusstsein für die vielfältigen Chancen und Möglichkeiten im Bereich Wiederaufbereitung und –verwertung von Prozesswasser in der chemischen und petrochemischen Industrie vermitteln. Hierzu wird sich die Delegation mit einer Vielzahl von Know-how-Trägern aus der deutschen Wirtschaft treffen. Unternehmensvertreter aus Deutschland haben die Möglichkeit, ihre Produkte und Dienstleistungen sowie Referenzprojekte vorzustellen und Geschäftskontakte mit den Delegationsteilnehmern aufzubauen.

Sollten Sie Interesse am Kontakt und Austausch mit den brasilianischen Delegationsteilnehmern haben sind Sie eingeladen, an einer Matchmaking-Veranstaltung am 13. Juni auf der ACHEMA-Messe teilzunehmen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit eines Empfangs der Delegation in Ihrem Unternehmen bzw. an Ihrem Stand auf der ACHEMA.