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10.01.2017

Geschäftsanbahnungsreise nach Chile für deutsche Unternehmen im Bereich Abfall- und Recyclingtechnologien

Mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums neue Märkte erschließen

(BMWi) - Das Beratungsunternehmen enviacon organisiert zusammen mit der Delegation der Deutschen Wirtschaft in Chile (AHK Chile) im Rahmen des BMWi-Markterschließungsprogramms eine Reise zur Geschäftsanbahnung für deutsche KMUs der Abfall- und Recyclingtechnologien vom 02. bis 06. April 2017 nach Chile. Das BMWi-Markterschließungsprogramm wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Erst seit 2005 existiert in Chile eine umfassende Abfallpolitik. Es wurde unter Mithilfe der GIZ das Projekt „Ganzheitliches Abfallmanagement in Chile“ angestoßen, um gemeinsam mit den relevanten privaten und öffentlichen Akteuren sowie der Zivilbevölkerung die erweiterte Produzentenverantwortung in die Abfallwirtschaft zu integrieren. Ein erster detaillierter Abfallbericht erschien im Jahre 2010 in Auftrag der Umweltbehörde CONAMA, die im selben Jahr in das Umweltministerium überführt wurde.

Letzten verlässlichen Statistiken aus dem Jahre 2009 zufolge, beläuft sich die Zahl der gesamten festen Abfälle („residuos solidos“) in Chile auf 16,9 Mio. Tonnen. Diese setzten sich zu 38 Prozent aus Siedlungsabfällen und zu 62 Prozent aus Industrieabfällen zusammen. Nicht eingeschlossen sind Festabfälle aus dem Bergbausektor. Laut der chilenischen Tageszeitung El Mercurio beläuft sich die aktuelle Zahl der Siedlungsabfälle auf 6,7932 Mio. Tonnen (Stand 2015). Nach der chilenischen Statistikbehörde Instituto Nacional de Estadística (INE) fielen im Jahre 2014 ca. 90,6 Mio. m3 flüssige Abfälle an. Pro Einwohner erzeugt Chile jährlich 385 Kilogramm Haushaltsmüll (Stand 2013). Insgesamt werden in Chile bisher noch weniger als 10% der gesamten Abfälle recycelt. Hier soll das Gesetz für Abfallwirtschaft, erweiterte Produzentenverantwortung und Recycling-Förderung, das am 1. Juni 2016 in Kraft trat, und in Chile kurz als „Ley REP“ bezeichnet wird, Abhilfe schaffen. Das Gesetz soll zur Müllvermeidung beitragen, die Abfallmenge zur Lagerung auf Müllhalden reduzieren und das Recycling fördern. Bis 2020 sollen die Recyclingraten insgesamt auf 30% erhöht werden, was zu einer neuen Dynamik und Umbrüchen auf dem Markt führen wird.

In allen Bereichen, die von dem neuen Gesetz betroffen sind, ist Potential für deutsche Anbieter von „grünen“ Technologien und Dienstleistungen vorhanden. Dies beginnt am Anfang der Abfallhierarchie mit der Vermeidung von Verpackungen bis hin zur energetischen Verwertung.

Die Geschäftsanbahnung richtet sich primär an kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) mit entsprechendem Branchenschwerpunkt. Im Programm vorgesehen sind individuell vorbereitete und begleitete Erstkontaktgespräche, eine Präsentationsveranstaltung und Besuchstermine bei ausgewählten Unternehmen und Behörden. Die Präsentationsveranstaltung bietet Teilnehmern Gelegenheit zum Networking und die Möglichkeit, im Rahmen eines Vortrags Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsabsichten dem lokalen Fachpublikum näher zu bringen. Zur Vorbereitung der Reise werden den Teilnehmern eine detaillierte Zielmarktanalyse und Kompaktinformationen zum chilenischen Markt bereitgestellt. Die Teilnehmerzahl ist auf höchstens 12 Unternehmen begrenzt. Die teilnehmenden Unternehmen entrichten einen Eigenanteil, der nach Unternehmensgröße und Umsatz gestaffelt ist. Anmeldeschluss ist der 30. Januar 2017.

Das Projekt wird im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) durchgeführt und ist Bestandteil des BMWi-Markterschließungsprogramms für KMU.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Projektflyer