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06.08.2018

Industrie 4.0 & Elektronikindustrie in Südkorea

Informationsveranstaltung am 04.12.2018 in Stuttgart

(BMWi) - Im Rahmen des BMWi-Markterschließungsprogramms für KMU wird am 04. Dezember 2018 eine Informationsveranstaltung für deutsche Unternehmen zum Thema Industrie 4.0 & Elektronikindustrie in Südkorea durchgeführt. Die Veranstaltung wird, im Auftrag des und gefördert durch das Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), von dem Berliner Beratungsunternehmen energiewaechter GmbH in enger Zusammenarbeit mit der Deutsch-Koreanischen Industrie- und Handelskammer in Seoul (AHK Korea) organisiert und durchgeführt.

Die Republik Korea zählte in den 60er Jahren noch zu den ärmsten Ländern der Welt, mit einer weitgehend vom Agrarsektor geprägten Wirtschaftsstruktur. Seitdem entwickelte sich das Land zu einem der größten Exporteure von Elektronik und Maschinen und ist heute die elftgrößte Volkswirtschaft der Welt (Stand 2017). Deutschland liegt auf Platz vier der wichtigsten Exportländer Koreas und ist umgekehrt ebenfalls einer der bedeutendsten Handelspartner des Landes. In 2017 exportierte die Bundesrepublik Waren der Gruppen Maschinenbau, Elektrotechnik & Sensorik im Wert von 3,6 Mrd. € nach Südkorea. Damit wuchsen die Exporte in diesem Bereich um über 18% im Vergleich zum Vorjahr (Destatis 2018: Warengruppen WA85 & WA90). Aufgrund des bestehenden Freihandelsabkommens zwischen der Republik Korea und der Europäischen Union besteht Zollfreiheit für nahezu alle Handelswaren. Auch nichttariffäre Handelshemmnisse wurden in diesem Zuge abgebaut, so muss nur noch für eine begrenzte Warengruppe eine koreanische Zertifizierung eingeholt werden.

Angesichts hoher Lohnkosten und wachsender Konkurrenz seitens der Schwellenländer werden neue Wachstumsmotoren gesucht. Die Regierung in Seoul fokussiert sich hierbei auf Innovationen in den Bereichen Produktion und Digitalisierung. Im Rahmen des „I-Korea 4.0“-Programms werden insgesamt 2,02 Milliarden USD Fördermittel für die Themen künstliche Intelligenz, Big Data und Robotik investiert. Primär werden dabei die folgenden vier Bereiche mit Blick auf Industrie 4.0 gefördert: Intelligenz, Innovation, Integration und Interaktion. Regulatorische Hemmnisse sollen ebenfalls abgebaut werden. Außerdem wurde die "Manufacturing Industry Innovation Strategy 3.0" in 2015 lanciert. Diese sieht vor, bis 2030 zunächst 30.000 intelligente Produktionsstätten, die den Anforderungen der Industrie 4.0 gerecht werden, landesweit zu etablieren. Ende 2017 wurde die gesteckte Zielvorgabe mit etwa 5000 erbauten intelligenten Fabriken erreicht. Die Entwicklung wird von der öffentlichen Hand bis 2020 gefördert. Darüber hinaus engagiert sich der Staat in der Umschulung und Weiterbildung von Arbeitskräften, um diese auf geänderte Anforderungen vorzubereiten.

Der Maschinenbau in Südkorea profitiert von der sich aufhellenden Konjunktur. Steigende Exporte und zunehmende Ausrüstungsinvestitionen haben 2017 zu einer besseren Auftragslage bei Herstellern von Maschinen und Ausrüstungen geführt. Vor allem in Teilen der Elektronikindustrie wie der Halbleiterbranche wurden massive Investitionen getätigt. Die übergreifend notwendige Modernisierung und Neuausrichtung der koreanischen Industrie wird mittelfristig gute Absatzchancen bei hochwertigen Technologien nach sich ziehen. Trotz der vielversprechenden Maßnahmen besteht bei koreanischen Firmen im Zuge der Übergangsphase zur Industrie 4.0 im Maschinen- und Anlagenbausektor ein hoher Beratungsbedarf. Anlässlich dessen werden die Geschäftschancen für deutsche Firmen von Branchenvertretern als sehr gut eingestuft. Der Ruf von "Made in Germany" sei sehr gut - allgemein und speziell in diesem Bereich.

Im Rahmen der ganztätigen Informationsveranstaltung präsentieren Fachexperten aus der Elektronikindustrie Südkoreas die Geschäftspotenziale ihres Landes. Deutsche Unternehmen, welche den Markteintritt in Korea vollzogen haben, teilen ihre Erfahrungen ebenfalls mit. Die Veranstaltung richtet sich besonders an deutsche kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, Robotik, Elektrotechnik und Software, die Lösungen in den Bereichen Industrie 4.0/Smart Factory, Robotik & Digitalisierung anbieten.

Falls Sie daran interessiert sind, sich über die Marktentwicklung und Geschäftspotenziale für innovative Produktionstechnologien in Südkorea zu informieren sowie sich mit gleichgesinnten Unternehmen über Projekte und Erfahrungen auszutauschen, sind Sie herzlich zur Teilnahme an der Informationsveranstaltung am 04. Dezember 2018 in Stuttgart eingeladen.

Anmeldeschluss ist der 09.11.2018. Die Teilnahme an der, vom BMWi geförderten, Veranstaltung ist kostenfrei, für Catering wird eine Gebühr von 30 € erhoben. Für die Anmeldung wenden Sie sich bitte an die energiewaechter GmbH.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Projektflyer