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07.05.2018

Kooperationsmöglichkeiten für deutsche Maschinen- und Anlagenbauer in Kasachstan

Geschäftsanbahnungsreise vom 10. bis 14. September 2018

(BMWi) - Im Rahmen des BMWi-Markterschlieβungsprogramms für KMU führt enviacon international in Zusammenarbeit mit dem Delegiertenbüro der deutschen Wirtschaft in Zentralasien (AHK Kasachstan) und unterstützt vom VDMA Außenwirtschaft im Zeitraum vom 10. bis 14. September 2018 eine Geschäftsanbahnungsreise für deutsche kleine und mittlere Unternehmen (KMU) der chemischen Industrie nach Kasachstan durch.

Im Rahmen der Reise werden Kontakte zu potentiellen Geschäftspartnern vermittelt, die den Markteinstieg in die Zielregionen erleichtern. Darüber hinaus informieren Marktexperten über Entwicklung, Rahmenbedingungen und Geschäftschancen in der kasachischen Chemieindustrie / Petrochemie. Ein spezieller Fokus der Reise liegt auf Lösungen für Anlagen und Komponenten sowie Technologieanbieter und -dienstleister für die chemische Industrie / Petrochemie bzw. Erdöl- und Gasverarbeitung.

Kasachstan ist eines der ölreichsten Länder der Erde, weshalb die Petrochemie einer der prioritären Sektoren in staatlichen Industrieprogrammen ist. Allerdings kam es aufgrund staatlicher Regulierung in den letzten Jahren immer wieder zu Versorgungsengpässen bei Benzin. Die Regierung hat hier aber bereits Maßnahmen ergriffen und die Preisregulierung für die meisten Benzinsorten im Jahr 2015 und für Diesel im Jahr 2016 aufgehoben. Die Petrochemiekapazitäten Kasachstans konzentrieren sich auf die Raffinerien in Atyrau, Schymkent und Pawlodar. Um sich von Benzineinfuhren unabhängiger zu machen, soll die lokale Produktion ausgebaut werden. Nach finalem Abschluss aller Modernisierungsarbeiten an den drei zuvor genannten Raffinerien soll die Kapazität der Ölverarbeitung von derzeit 14,6 Millionen Tonnen auf 17,5 Millionen Tonnen pro Jahr steigen. Die Kosten der Ausbauarbeiten betragen mehrere Milliarden Euro.

Während die Ölförderung für rund 40 Prozent der Industrieproduktion im Land steht, kommt die Mineralölverarbeitung gerade einmal auf 3 Prozent. Neben der Raffinierung ist auch die Weiterverarbeitung von Ölprodukten noch nicht stark entwickelt. Die Kunststoffindustrie ist stark von importierten Vorprodukten abhängig: Schätzungen zufolge stehen Einfuhren für über 70 Prozent des Bedarfs an petrochemischen Grundstoffen. Im Jahr 2016 hat Kasachstan Primärkunststoffe für über 400 Millionen US$ importiert, knapp die Hälfte aus Russland. Deutschland belegte Platz drei der Lieferländer mit einem Anteil von 6 Prozent. Bei den kasachischen Importen entfällt gut ein Drittel auf Polyethylen.

Kasachstan möchte auch hier seine Importabhängigkeit verringern. Ein bereits seit rund zehn Jahren diskutiertes Großprojekt im Gebiet Atyrau soll nun endlich Abhilfe schaffen, was eine Bauzeit von etwa 42 Monaten betragen wird. Rund um den Gaschemiekomplex in Atyrau wird derzeit auch eine Sonderwirtschaftszone aufgebaut. Investoren können sich dort zu vergünstigten Bedingungen niederlassen. Schwerpunktbranchen sind Chemie und Petrochemie. Eine weitere Sonderwirtschaftszone in diesem Bereich ist bereits in Pawlodar im Betrieb. In Taraz entsteht ein Chemiepark, in dem auch Unternehmen der Petrochemie eine Niederlassung angekündigt haben. So plant hier das Unternehmen Central Asia Chemical die Produktion von Polymeren des Ethylens. Das Werk soll im 4. Quartal 2018 den Betrieb aufnehmen, 60.000 Primärkunststoffe pro Jahr sollen hergestellt werden.

Auch deutsche Unternehmen sind im kasachischen Öl- und Gassektor aktiv. Vertretungen in Kasachstan haben unter anderem BASF, Böhmer Armaturen, Linde Gas, Siemens, Netzsch sowie SAP. Vom staatlichen Ölkonzern KazMunaiGas hat SAP schon Aufträge an Land gezogen.

Aufgrund der vielfältigen Investitionsvorhaben in die technischen Neuausrüstung vieler Anlagen und Betriebe in der Branche ergeben sich sehr gute Chancen für deutsche kleine und mittlere Unternehmen, um entsprechende Maschinen und Anlagen für die Industrie nach Kasachstan zu liefern, hochtechnologische Betriebe für die Produktion aufzubauen sowie gemeinsame Investitions- und Innovationsprojekte im Bereich der Petrochemie bzw. Erdöl- und Gasverarbeitung umzusetzen.

Anmeldeschluss für eine Teilnahme an der o.g. Geschäftsanbahnung ist der 10. Juni 2018. Die Teilnehmer tragen je nach Größe des Unternehmens einen Teilnehmerbeitrag von 500 – 1.000 €, sowie ihre individuellen Reise-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten. Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Unternehmen beschränkt. Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge der Anmeldungen berücksichtigt, KMU haben Vorrang vor Großunternehmen.

Weitere Informationen zu der Veranstaltung finden Sie unter www.enviacon.com/gab-kasachstan-petrochemie oder im Projektflyer

Weitere Informationen

Kontakt

Dr. Konrad Bauer

enviacon international

‎(030) 814 88 41 - 11

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Kontakt

Dr. Almagul Shakiyeva

Delegation der deutschen Wirtschaft für Zentralasien

‎+7 727 3561061 - 65

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