(BMWi) - Im Rahmen des Markterschließungsprogramms für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) wird vom 22. - 24. September 2020 eine virtuelle Informationsreise für spanische Einkäufer und Multiplikatoren der Exportinitiative Umwelttechnologien des BMWi zum Thema Abfallwirtschaft und Recycling in Deutschland durchgeführt. Die aktuelle Situation und die Auswirkungen der globalen Corona-Krise lassen eine physische Durchführung vor Ort nicht zu.

Die Informationsreise ist eine projektbezogene Fördermaßnahme und wird im Auftrag des BMWi von dem Berliner Beratungsunternehmen energiewaechter GmbH, in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Handelskammer für Spanien (AHK) organisiert. Die Delegation wird sich während der Veranstaltungsreihe über die Leistungsfähigkeit der deutschen Branche und über das Angebot deutscher Unternehmen rund um das Thema Abfallsammlung, -trennung und Wiederaufbereitung informieren, um in ihren Ländern Kauf- und/oder Kooperationsentscheidungen anzuregen. Dazu werden Webinars, Expertengespräche und virtuelle Unternehmensbesichtigungen durchgeführt. Zudem erhalten die deutschen und spanischen Interessenten die Möglichkeit, neue Kooperationspartner via online B2B-Gespräche zu finden. Die Teilnehmer aus Deutschland sollen dabei mehrheitlich KMU sein.

Der spanische Markt für Technologien und Dienstleistungen im Bereich Abfallwirtschaft und Recycling wächst und wird stimuliert von neuen gesetzlichen Vorgaben und Regierungsplänen zum Abfallmanagement, der Kreislaufwirtschaft und dem Recycling. Spaniens positive Wirtschaftsentwicklung spiegelt sich auch in der Abfallwirtschaft wider. Der Umsatz der Abfallwirtschaft stieg 2016 um 6,6% auf 16,1 Mrd. €, die Anlageinvestitionen in der Abfallindustrie um 3,4%, auf 420,2 Mio. €.

Die neuen gesetzlichen Regulierungen und Maßnahmenpläne, die auch der Umsetzung der EU-Richtlinien dienen, beziehen sich vor allem auf die Erhöhung der Quoten für getrennte Sammlung von Abfällen (v.a. Bioabfall, Textilien, gefährliche Haushaltsabfälle), die Verringerung des organischen Anteils beim Siedlungsmüllaufkommen sowie auf Recycling und Wiederverwertung von Primär- und Sekundärrohstoffen. Aktuell werden mehr als die Hälfte der Siedlungsabfälle in Spanien noch in Deponien gelagert (57%), EU-28-weit liegt der Wert bei nur 24%. Die Recycling-/Kompostierquote liegt folglich auch nur bei 30%. Die EU-Vorgaben für 2020 liegen bei 50% Recycling, bis 2030 noch höher. Obwohl es Fortschritte bei der Mülltrennung der Haushalte gibt, werden spanienweit bisher nur 18% getrennt gesammelt. Organische Abfälle landen meist in der Reststofftonne. Die getrennte Sammlung von organischem Hausmüll ist bisher nur auf regionaler (z.B. Katalonien und Baskenland, zunehmend auch Madrid) oder lokaler Ebene implementiert. Zu den gesetzlichen Maβnahmen gehören u.a. der staatliche Rahmenplan zum Abfallmanagement PEMAR 2016-2022: Dieser sieht die verpflichtende Getrenntsammlung der Biofraktion vor Ende 2020 für Gemeinden mit mehr als 5.000 Einwohnern, für kleinere bis Ende 2023 vor. Weiterhin die Pflicht zur getrennten Sammlung von Textilien und gefährlichen Haushaltsabfällen vor Ende 2024. Langfristiges Ziel des Plans ist es, das Abfallaufkommen im Rahmen der Kreislaufwirtschaft umfassend zu reduzieren.

Im Vordergrund des Projektes steht, Geschäftspartnerschaften und Kooperationen zwischen der spanischen Zielgruppe und deutschen Unternehmen, Verbänden und Forschungsinstitutionen zu initiieren. Unternehmensvertreter aus Deutschland haben die Möglichkeit, im Rahmen von Webkonferenzen und der virtuellen Präsentation von Referenzanlagen ihre Produkte und Dienstleistungen virtuell vorzustellen und Geschäftskontakte mit den spanischen Einkäufern und Multiplikatoren aufzubauen. Ein weiterer Bestandteil des Programmes sind individuell vermittelte B2B-Gespräche mit den spanischen Teilnehmern für deutsche KMU.

Sollten Sie Interesse am Kontakt und Austausch mit den spanischen Delegationsteilnehmern haben sind Sie herzlich zur Teilnahme an der digitalen Informationsreise eingeladen. Hier können Sie Ihre Technologien und Dienstleistungen vorstellen und mit den Teilnehmern in Kontakt treten. Die Teilnahme ist für deutsche KMU kostenfrei.

Der Anmeldeschluss ist der 24.08.2020.

Weitere Informationen finden Sie im Projektflyer

Eine Übersicht zu weiteren Projekten des BMWi-Markterschließungsprogramms für KMU finden Sie unter www.ixpos.de/markterschliessung.

Weitere Meldungen

Suche IXPOS-News
Icon Meldung
09.07.2020

Exporte liegen aber noch 26,8 % unter dem Vorkrisenniveau im Februar 2020

Icon Link
Icon Meldung
09.06.2020

Statistisches Bundesamt veröffentlicht Ergebnisse für April 2020

Icon Link
Icon Meldung
28.05.2020

Marktchancen für deutsche Anbieter im Bereich Bergbau mit Fokus auf Automatisierungslösungen

Icon Link