(BMWi) - Die AHK Vietnam führt in Zusammenarbeit mit SBS systems for business solutions GmbH eine Geschäftsanbahnungsreise mit dem Schwerpunkt „Bahntechnik“ in Vietnam durch. Die Reise führt vom 4. bis 8. November 2019 nach Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt.

Die vietnamesische Regierung hat erkannt, dass das circa 2.600 km lange Schienennetz des Landes dringend auf umfassende Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen angewiesen ist. Mehrere Kriege haben ihre Spuren hinterlassen und der Investitionsbedarf ist groß. In den nächsten Jahren fließen daher Hunderte Millionen US-Dollar in die Bahninfrastruktur, vor allem in die Brücken, Tunnel und Gleisübergänge der Nord-Süd-Verbindung zwischen Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt.

Außerdem sollen neu Lokomotiven und Wagen angeschafft werden. Ziel dieser Investitionen ist es, die Attraktivität der Eisenbahn zu erhöhen und verlorengegangene Marktanteile zurückzugewinnen.

Noch viel ehrgeizigere Pläne verfolgt das Land auf dem Gebiet des Hochgeschwindigkeitsschienenverkehrs. Voraussichtlich 2019 wird das Parlament über Pläne zum Bau einer Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt abstimmen. Ab 2030 sollen auf der Strecke die ersten Züge mit einer Geschwindigkeit von 160 bis 200 km/h fahren. Mit der Vollendung der letzten Ausbaustufe im Jahr 2050 sollen Höchstgeschwindigkeiten von 350 km/h möglich sein. Für das Projekt werden Kosten in Höhe von 58 Milliarden US-Dollar veranschlagt.

Milliarden-Projekte im Bereich der Bahninfrastruktur sind allerdings nicht nur Zukunftsmusik. Der Aufbau des öffentlichen Schienennahverkehrs ist bereits in vollem Gang. Ho-Chi-Minh-Stadt und Hanoi, die beiden Zentren Vietnams, stehen kurz vor dem Verkehrskollaps und benötigen dringend ein leistungsfähiges Nahverkehrssystem. In beiden Städten entstehen momentan – vorwiegend mit chinesischer und japanischer Unterstützung – Metrolinien. Hunderte Kilometer sind geplant. In Ho-Chi-Minh-Stadt wird eine der Linien durch die deutsche KfW-Bank kofinanziert. Beim Bau dieser Strecke stehen die Chancen auf Aufträge für deutsche Unternehmen besonders gut.

Vietnam benötigt für die Verwirklichung dieser ehrgeizigen Vorhaben dringend ausländisches Knowhow und Kapital. Gerade deutsche Technik genießt dort einen hervorragenden Ruf. Gefragt sind vor allem Spezialtechnologien. Auch bei der Schulung und Qualifizierung des vietnamesischen Bahnpersonals können sich Geschäftsmöglichkeiten ergeben.

Die Veranstaltung wird im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) von der AHK Vietnam durchgeführt. Die geförderte Geschäftsanbahnungsreise ist ein Projekt des BMWi-Markterschließungsprogramms für KMU. Ziel des Projekts ist es, besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei ihrem außenwirtschaftlichen Engagement zur Erschließung des Absatzmarktes Vietnam zu unterstützen. Der Eigenanteil zur Teilnahme beträgt je nach Unternehmensgröße zwischen 500 und 1.000 Euro netto zzgl. individueller Reise-, Unterbringungs- und Verpflegungskosten.

Anmeldeschluss ist der 28. Juni 2019.

Weitere Informationen finden Sie im Projektflyer

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