(BMWi) - Vom 19.10.2020 bis zum 21.10.2020 führt die DREBERIS GmbH, im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), eine Geschäftsanbahnungsreise für deutsche Anbieter innovativer Technologien und Dienstleistungen im Bereich Industrie 4.0 nach Polen (Breslau, Posen) durch. Es handelt sich dabei um eine projektbezogene Fördermaßnahme im Rahmen des BMWi-Markterschließungsprogramms für KMU. Die Delegationsreise richtet sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen aus Deutschland mit einem Branchenschwerpunkt auf Automatisierungstechnologien, Sensorik-, Steuerungs- und Produktionstechniken.

Polen ist eine der größten und stärksten Volkswirtschaften in Mittelosteuropa. Das polnische BIP ist seit 1991 ständig gewachsen. Im Jahr 2019 ist es um 4,1% gegenüber 5,1% im Jahr 2018 gestiegen. Es wurde geschätzt, dass in den Jahren 2020 und 2021 der Anstieg des BIP entsprechend 4,0% und 3,5% beträgt. Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie werden die Schätzungen jedoch zunehmend pessimistischer. Die Prognosen liegen aktuell zwischen einem Zuwachs von 0,2% und einem Rückgang von -6,6% im schlechtesten Fall. Für das starke Entwicklungspotential der polnischen Wirtschaft spricht bisher auch eine sehr geringe Arbeitslosenquote (2019 - 3,2%). Im Januar 2020 lag diese mit 2,9 % auf einem Rekordtief. In Folge der Coronakrise wird ein Anstieg auf 5,4% prognostiziert. Aufgrund der Schwierigkeit, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden bzw. coronabedingten Produktionsausfällen vorzubeugen, sind Unternehmen gezwungen, die Arbeitsabläufe zunehmend zu automatisieren. Auch die Notwendigkeit der Verbesserung der Produktionseffizienz und die steigenden Beschäftigungskosten fördern das Wachstum auf dem Markt der Industrie 4.0.

Aktuell haben die polnischen Firmen jedoch noch großen Nachholbedarf, was die Automatisierung der Produktionsprozesse anbelangt. Beispielsweise liegt die Roboterdichte in Polen unter dem europäischen Durchschnitt; im Vergleich zu Deutschland ist die Anzahl der eingesetzten Roboter in Polen eher gering. Allerdings wächst das Bewusstsein der polnischen Unternehmen. Ein gutes Beispiel sind geplante Investitionen in kollaborative Roboter und die Tatsache, dass 25% der polnischen Unternehmen planen, in 2-3 Jahren in diese Technologien zu investieren. Eine ähnliche Entwicklung ist beim Einsatz des Industrial Internet of Things (IIoT) zu beobachten. Nur 3,1% der polnischen Unternehmen nutzen IIoT in Ihren Produktionsprozessen bisher, streben jedoch an, dies zu intensivieren. Des Weiteren ist die automatische Datenerfassung und –verarbeitung ein bedeutendes Handlungsfeld.

Die Industrie 4.0-Dynamik entwickelt sich in Polen teils sehr schnell. Insbesondere die Woiwodschaft Niederschlesien (Hauptstadt Breslau), die zu den am stärksten industrialisierten Regionen Polens gehört, ist hier Vorreiter für ganz Polen. Auch auf der staatlichen Ebene wird versucht, ein attraktives System mit verschiedenen Anreizen für ausländische Investoren im Bereich Industrie 4.0 zu schaffen. Das zeigt sich in der Verringerung der administrativen Barrieren, günstigere Steuerregelungen und Subventionen für Investitionsprojekte

Insbesondere der Markt für Automatisierungstechnik verzeichnet ein enormes Wachstumspotential und eröffnet neue Marktchancen für deutsche Unternehmen. Die Hauptanwender der Technologien sind die Automobilindustrie, Elektrotechnik und Elektromechanik, Kunststoffindustrie und die Herstellung von Metallprodukten sowie Fahrzeugtechnik und Transport. Kleine und mittlere polnische Unternehmen erkennen Industrie 4.0 als Mittel gegen die oben beschriebenen Herausforderung in der Industrie an und zeigen allmählich Investitionsbereitschaft. Verbunden mit der starken Konjunktur der letzten Jahre und der zunehmenden Schwierigkeit, Arbeitskräfte zu rekrutieren, sind inzwischen gute Voraussetzungen für den Einsatz von Lösungen im Bereich Industrie 4.0 geschaffen.

Deutsche Unternehmen der Industrie 4.0 haben ein hohes Absatzpotential auf dem polnischen Markt dank ihrer umfassenden Erfahrung (insbesondere in der Produktionsindustrie), ihrem technischen Know-How und der großen Anzahl von Implementierungen im Bereich Smart Robots und Maschinen. Der Erfahrungsaustausch und die Nutzung bewährter Lösungen ist von großem Interesse für die polnische Seite. Für deutsche Anbieter ist es daher sehr wichtig, die lokalen Marktgegebenheiten zu kennen und individuelle Lösungen für die Bedarfe der verschiedenen Geschäftspartner zu entwickeln. Mit der Geschäftsanbahnungsreise können die Grundlagen dafür auf effiziente Weise gelegt werden, da der Auf- und Ausbau von Geschäftsbeziehungen zu Kunden, Entwicklungspartnern sowie Partnern für Implementierung und Distribution im Mittelpunkt steht. Dazu werden in Posen und Breslau individuelle Geschäftsgespräche sowie eine Präsentationsveranstaltung mit Networking organisiert. Ergänzt wird das Programm durch ein Teilnehmerbriefing zu den wirtschaftlichen Entwicklungen des Landes und branchenrelevanten Themen mit lokalen Experten sowie diversen Unternehmensbesichtigungen. Während dieser Programmelemente werden die Teilnehmer nach Wunsch stets von Dolmetschern begleitet. Zur Vorbereitung auf die Reise erhalten die Teilnehmer eine detaillierte Zielmarktanalyse sowie relevante Wettbewerbsinformationen zur individuellen Reisevorbereitung.

Das Projekt ist Bestandteil des BMWi-Markterschließungsprogramms für KMU und unterliegt den De-Minimis-Regelungen. Der Eigenanteil der Unternehmen für die Teilnahme am Projekt beträgt in Abhängigkeit der Größe des Unternehmens zwischen 500 und 1.000 EUR (netto).

Hat das Projekt Ihr Interesse geweckt, so wenden Sie sich bitte an DREBERIS. Weitere Informationen erhalten Sie im Projektflyer.

Anmeldeschluss für die Reise ist am 22.06.2020. Die Teilnehmerzahl ist beschränkt, daher bitten wir um eine frühzeitige Bewerbung. Bitte nutzen Sie dazu das Online-Anmeldeformular.

Eine Übersicht zu weiteren Projekten des BMWi-Markterschließungsprogramms für KMU finden Sie unter www.ixpos.de/markterschliessung.

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