(GTAI) - Nirgendwo auf der Welt werden so viele Textilien produziert wie im Reich der Mitte. Außerdem ist das Land die mit Abstand größte Exportnation der Branche. Dessen ungeachtet steht der Sektor aufgrund der seit Jahren landesweit massiv steigenden Personalkosten unter erheblichem Kostendruck. Auch die Tatsache, dass sich die Gehaltsspirale 2020 erstmals coronabedingt nicht weiter nach oben dreht, ändert daran wenig.

Dieser Herausforderung begegnen Firmen mit verstärkter Automatisierung, aber auch mit Abwanderung in andere Länder – zunächst in die süd- und südostasiatischen Nachbarländer (vorrangig nach Kambodscha, Myanmar, Vietnam und Bangladesch), neuerdings aber auch zunehmend nach Äthiopien.

Laut einer Studie des New York University Stern Center for Business and Human Rights von 2019 lagen die monatlichen Löhne für Beschäftigte in der Textil- und Bekleidungsindustrie in Äthiopien bei 26 US-Dollar (US$) – verglichen mit 95 US$ in Bangladesch und 326 US$ in China. Allerdings verhindern bislang einerseits fehlende umfassende, differenzierte Zulieferstrukturen sowie andererseits Engpässe in der Logistik eine massive Abwanderung.

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