(Thüringen) - An der Spitze einer rund 25-köpfigen Unternehmens- und Hochschuldelegation aus Thüringen startet Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee heute (9. Februar 2019) nach Indien. Stationen der Reise, die vom 9. bis 15. Februar 2019 dauert, sind die indische Hauptstadt Neu-Delhi sowie die Wirtschaftszentren Pune, Coimbatore und Mumbai.

Auf dem Programm stehen Gespräche mit hochrangigen indischen Politikern - darunter dem indischen Handels- und Industrieminister Suresh Prabhakar Prabhu, Wirtschaftsminister Shri C.R. Chaudhary, dem Vize-Ministerpräsidenten der Region Delhi, Manish Sisodia, Treffen mit Wirtschaftsverbänden (u.a. dem Verband der indischen Industrie- und Handelskammern), Unternehmensbesuche und Kooperationsbörsen. Vereinbart werden sollen auch mehrere konkrete Kooperationen und Investitionsprojekte.

"Indien ist nach den umfassenden Wirtschaftsreformen der Modi-Regierung weiter auf Erfolgskurs", sagte Tiefensee. Aktuell gehen die Prognosen für die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt von einem Wachstum des Bruttoinlandproduktes von mehr als sieben Prozent aus. Obwohl es etwa im Bereich der Energieversorgung nach wie vor erhebliche Infrastrukturmängel gebe, habe das Land in einigen Branchen - etwa der Informations- und der Biotechnologie - bereits ein internationales Spitzenniveau erreicht.

Seit 2012 steht der indische Subkontinent deshalb kontinuierlich im Fokus der Thüringer Außenwirtschaftspolitik. Seit 2016 arbeitet die LEG/Thüringen International mit dem auf Indien spezialisierten Beratungsunternehmen Wamser + Batra GmbH als "Auslandskontaktbüro" erfolgreich zusammen. Im gleichen Jahr wurde der German-Indian Roundtable (GIRT) Thüringen für auf dem indischen Markt aktive Unternehmen gegründet, der sich dreimal jährlich trifft. Der GIRT informiert über aktuelle Entwicklungen in Indien und bietet den Thüringer Unternehmen Gelegenheit, sich über ihr Indiengeschäft auszutauschen. Das GIRT-Netzwerk umfasst insgesamt 22 Standorte in Deutschland und Indien.

Dass sich die kontinuierlichen Aktivitäten in Indien inzwischen auszahlen, zeigt die aktuelle Exportstatistik: Nach einem Rekordhoch von 164 Millionen Euro im Jahr 2012 bewegte sich das Volumen der Thüringer Ausfuhren nach Indien lange Zeit im Bereich von ca. 110 Millionen Euro pro Jahr. Im vergangenen Jahr haben die Ausfuhren erstmals wieder deutlich angezogen – der Warenwert der Exporte kletterte nach vorläufigen Angaben des Landesamts für Statistik deutlich über 150 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von 34 Prozent. "Die Richtung stimmt also", so Tiefensee. Allerdings: Mit einem Anteil von knapp einem Prozent an den Exporten liegt Indien aktuell lediglich auf Rang 27 der wichtigsten Abnehmerländer für Erzeugnisse aus dem Freistaat. Zum Vergleich: In die USA, Ungarn und Frankreich exportiert die Thüringer Wirtschaft Waren im Umfang von jeweils mehr als einer Milliarde Euro.

Mit der heute beginnenden Delegationsreise will der Minister deshalb weitere wirtschaftliche und Hochschulkontakte knüpfen und bestehende vertiefen: "Wir setzen in Indien auf Kooperationen im wirtschaftlichen Bereich, unter anderem in den Branchen Automotive, Maschinenbau und Medizintechnik. Zudem eröffnen sich für uns auch gute Chancen zur Zusammenarbeit in Forschung und Wissenschaft." So verbinden Thüringen bereits 13 offizielle Hochschulkooperationen mit Indien, 21 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen arbeiten mit indischen Instituten zusammen.

Thüringer Unternehmen haben mit ihrer besonderen Verbindung von qualitativ hochwertigen Produkten und technischem Know-how auch weiterhin gute Chancen auf dem indischen Markt, ist Minister Tiefensee überzeugt. „Gerade in Schlüsselbranchen wie der Energie- und Umwelttechnologie, der Elektro- und Kfz-Technik haben wir viel zu bieten.“ Außerdem sei für Indien künftig auch wieder von steigenden Konsumausgaben und einer wachsenden Binnennachfrage auszugehen. "Davon kann Thüringen profitieren. Wir tun deshalb gut daran, diesen riesigen Markt mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern kontinuierlich zu erschließen und uns hier weiter zu etablieren."

Dies gelingt in zunehmendem Maße: Rund 90 Thüringer Unternehmen unterhalten bereits langfristige Exportbeziehungen nach Indien. Außerdem gibt es zehn Thüringer Unternehmen mit Beteiligungen auf dem Subkontinent. Dazu zählen u.a. die DeCon GmbH (Sonneberg), Glatt Ingenieurtechnik (Weimar), GÖPEL electronic (Jena), Flanschenwerk Thal (Schönstedt), Jenoptik (Jena), PETKUS (Wutha-Farnroda).

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