(BMWi) - Vom 02. bis zum 06. Februar 2020 führt MENA Business GmbH in Kooperation mit German Water Partnership e.V. und der Deutsch-Arabischen Industrie- und Handelskammer (AHK Ägypten) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) eine Geschäftsanbahnung nach Ägypten durch. Es handelt sich dabei um eine projektbezogene Fördermaßnahme. Sie ist Bestandteil der Exportinitiative Umwelttechnologien und wird im Rahmen des BMWi-Markterschließungsprogramms für KMU durchgeführt.

Ziel der Geschäftsanbahnung zum Thema Wasserwirtschaft mit Fokus auf Abwassersysteme ist es, deutschen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) den Einstieg in den ägyptischen Markt zu erleichtern und zu weiteren Erfolgen in ihrer Exporttätigkeit zu führen.

Im Rahmen der Reise werden wichtige Unternehmen und Institutionen der ägyptischen Wasserwirtschaft besucht. Bei einer Präsentationsveranstaltung in Kairo haben die teilnehmenden deutschen Unternehmen individuell die Möglichkeit, dem ägyptischen Fachpublikum ihre Produkte und Dienstleistungen bzw. mögliche Kooperationsfelder vorzustellen sowie anhand von individuellen Einzelgesprächen und Gruppenterminen mit ägyptischen Unternehmen und Institutionen das Geschäftspotential zu ergründen und wichtige Kontakte vor Ort zu knüpfen.
Aufgrund der wachsenden Bevölkerung und begrenzter Wasserressourcen leidet Ägypten mit einer Wasserverfügbarkeit von jährlich 570 m³ pro Einwohner unter erheblichem Wassermangel. Einer Nachfrage von 86 Mrd. m³ steht ein Angebot von nur gut 76 Mrd. m³ gegenüber.

Der voranschreitende Bau des Staudammes „Grand Ethiopian Renaissance Dam“ sorgt in Ägypten für Besorgnis hinsichtlich der künftigen Wassermenge des Nils. Im Dezember 2018 hieß es, die Fertigstellung dürfte sich bis 2022 hinziehen. Verhandlungen mit Äthiopien und dem Sudan brachten bislang keine feste Zusage für einen ägyptischen Nilwasseranteil. Entscheidend wird sein, in welchem Tempo Äthiopien den Damm auffüllen wird.

In Erwartung eines geringeren Angebots und einer steigenden Nachfrage setzt die ägyptische Regierung vermehrt auf Wiederverwendung von Wasser und Meerwasserentsalzung in Küstengebieten. Die Holding Company for Water and Wastewater (HCWW) strebt an, die Entsalzung bis 2037 auf 2,6 Mio. Kubikmeter zu verelffachen.

Gemäß den Zielen der Regierung sollte bei Trinkwasser und bis 2022 bei Abwasser eine Abdeckung von 100 % erreicht werden. Derzeit sind etwa 90 % der ägyptischen Bevölkerung an die Wasserversorgung angeschlossen. Bei der Abwasserentsorgung zeigt sich bei einer Quote von 50 % ein starkes Stadt-Land-Gefälle. Im Abwasserbereich werden die Investitionen in den nächsten zehn Jahren auf etwa 9,8 Mrd. Euro geschätzt.

Die zunehmende Erfassung des Wasserverbrauchs sowie der Bau neuer Siedlungen steigern auch den Bedarf an Wasserzählern. Im bestehenden Leitungssystem gehen 18 bis 58 % des knappen Wassers verloren. Um das zu ändern und die Versorgung längerfristig zu sichern, könnte Technik zur Suche nach Lecks und deren Behebung entscheidend beitragen. Bis 2021 setzt die National Authority for Potable Water and Sewage (NAPWS) für 117 Mio. Euro Vorhaben um. Weitere Aktivitäten befinden sich bereits in der Vorbereitung.

Ausbau und Erneuerungen im Wassersektor in Ägypten bringen häufig Auftragschancen für internationale Unternehmen mit sich. Diese sind als technische Dienstleister an der Planung und dem Bau von Anlagen beteiligt oder liefern Pumpen, Filter, Turbinen, Armaturen, Steuerungen und andere Ausrüstung. Der fortschreitende Ausbau der Meerwasserentsalzung ist ebenso für ausländische Anbieter interessant.

Große Vorhaben stützen sich oft auf internationale Finanzierungen, wodurch die Realisierung der Maßnahmen weitgehend unabhängig von der Finanzlage des ägyptischen Staates und daher gesichert ist.

Das Projekt ist Bestandteil des BMWi-Markterschließungsprogramms für KMU und unterliegt den De-Minimis-Regelungen. Der Eigenanteil der Unternehmen für die Teilnahme am Projekt beträgt in Abhängigkeit der Größe des Unternehmens zwischen 500 und 1.000 EUR (netto). Die teilnehmenden Unternehmen erhalten vor der Reise eine branchenspezifische Zielmarktanalyse sowie zusätzliche individuelle Kompaktinformationen über Wettbewerb und wichtige Nachfragesegmente zur Vorbereitung. Zusätzlich zum Eigenanteil tragen die Unternehmen ihre individuellen Reise-, Unterbringungs- und Verpflegungskosten.

Interessierte Unternehmen können sich bis zum 01. November 2019 bei dem unten angegebenen Kontakt anmelden.

Weitere Informationen finden Sie im Projektflyer

Eine Übersicht zu weiteren Projekten des BMWi-Markterschließungsprogramms für KMU kann unter www.ixpos.de/markterschliessung abgerufen werden.

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