(BMWi) - Im Rahmen des Markterschließungsprogramms für KMU des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) organisiert AHP International in Kooperation mit dem kenianischen Beratungspartner ZURCOM International vom 23. bis 28. Juni 2019 eine Geschäftsanbahnungsreise nach Kenia (Nairobi, Kisumu, Mombasa). Diese richtet sich insbesondere an deutsche Unternehmen und Anbieter aus dem Bereich Aus- und Weiterbildung mit Schwerpunkt Ausrüstung und Dienstleistungen für private Bildungseinrichtungen.

Die Reise wird von deutscher Seite aus durch die Initiative iMOVE: Training - Made in Germany des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und das Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informations-technik e.V. unterstützt. Von kenianischer Seite wird die Technical University of Kenya als Fachpartner zur Verfügung stehen und mit Hilfe ihres fachlichen Know-hows und Netzwerks einen wesentlichen Teil zum Erfolg des Programms beitragen.

Der kenianische Aus- und Weiterbildungsmarkt ist gegenwärtig sehr attraktiv. Ein hohes Bevölkerungswachstum bei zugleich sehr junger Bevölkerung, große Mängel im derzeitigen System sowie stetig steigende Investitionen der Regierung und ausländischer Geldgeber ergänzen sich zu einem sehr aussichtsreichen Geschäftsumfeld für jeden, der in der Branche aktiv ist. Bildung ist ein wesentlicher Bestandteil der Regierungsstrategie Kenia 2030, deren Ziel ist, Kenia zu einem Land mit mittlerem Einkommen zu bewegen. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Strategie ist die Integration von Informations- und Computertechnologien in das Curriculum sowie eine Verbesserung der mangelhaften Ausstattung in vielen privaten und staatlichen Bildungseinrichtungen. Zusammen mit internationalen Geberinstitutionen verfügt auch die kenianische Regierung über das notwendige Budget, um hochwertige Bildungsausstattung und –Dienstleistungen in ihr System zu implementieren.

Auch Deutschland fördert die Bildungsstrategie Kenias. So wurden im letzten Jahr 30 Millionen Euro Entwicklungshilfe zugesichert, die primär zur Förderung des Handwerkerwesens in Kenia gedacht sind. Ein noch größerer Kredit wurde von der Weltbank im Rahmen eines IDA Kredits in Höhe von 200 Millionen USD zur Verfügung gestellt, um die Lernergebnisse für über 1,2 Millionen kenianische Schüler an öffentlichen Grund- und Sekundarschulen zu verbessern.

Vor allem deutschen Anbietern von Trainingsdienstleistungen selbst und Anbietern von Lernsoftware und –hardware im Bereich des E-Learning mit starkem Fokus auf M-Learning zeigt sich in Kenia daher ein interessanter Markt auf. Ebenso ergiebig ist der kenianische Markt für Ausstatter von Trainingsinstituten, z.B. in Form von Maschinen oder Bildungsmedien.

Aufgrund des weltweit anerkannten dualen Ausbildungssystems ist Deutschland für Kenia Vorreiter im Bereich Aus- und Weiterbildung. Zusätzlich steigt auch der Anteil an Investitionen aus der Privatwirtschaft des Landes. So hat z.B. die KCB Group, die größte Bank Kenias, in 2017 ein Programm ins Leben gerufen, das zum Ziel hat, in den nächsten fünf Jahren jährlich 10.000 Jugendlichen den Weg in TVET Institutionen zu ermöglichen. Die Bank gibt für die Finanzierung jährlich über 100 Millionen USD aus. Daher bieten sich für deutsche Unternehmen große Marktchancen in diesem Wachstumssektor. Während der private Bildungssektor auf höchstem Niveau ausgestattet ist und relativ schnell neue Technologien einsetzt, so dass für deutsche Unternehmen bezüglich ihrer neuen Produkte und Dienstleistungen ein schneller Markteintritt im privaten Bildungssektor in Kenia möglich ist, hinkt der öffentliche Sektor stark hinterher. Der Mangel im öffentlichen Sektor eröffnet jedoch deutschen Unternehmen zusätzliche Marktchancen, den Bedarf zu decken und bietet die Möglichkeit, maßgeschneiderte deutsche innovative Problemlösungen anzubieten, da gerade im öffentlichen Sektor ein Nachholbedarf besteht. Insbesondere die E-Learning Branche hat ein hohes Wachstumspotenzial aufgrund der Tatsache, dass unabhängiges Lernen und Lernen auf Distanz ermöglicht werden. Im weltweiten Vergleich liegt der afrikanische Kontinent mit einer Wachstumsrate von 16,3% im Bereich des selbstbestimmten E-Learning an der Spitze.

Neben der Versorgung der Teilnehmer mit aktuellen Informationen durch Fachexperten vor Ort liegt das besondere Augenmerk der Geschäftsanbahnungsreise darauf, den teilnehmenden deutschen Unternehmen einen direkten Erstkontakt mit potenziellen kenianischen öffentlichen und privaten Geschäftspartnern sowie Vertretern und Institutionen diverser Bildungseinrichtungen zu ermöglichen. Der Schwerpunkt liegt neben jeweils einer ganztägigen Kooperationskonferenz mit Präsentationsmöglichkeit der deutschen Teilnehmer besonders auf individuell organisierten B2B-Gesprächen vor Ort bei den kenianischen Unternehmen und Bildungseinrichtungen. Herzstück der Geschäftsanbahnungsreise sind die durch AHP und seine Projektpartner Zurcom International für jeden einzelnen Teilnehmer gezielt recherchierten sowie qualifizierten und abgestimmten Kontakte zu potenziellen Vertriebs- bzw. Geschäftspartnern in Nairobi, Kisumu und Mombasa und weiteren Standorten in Kenia. Die individuellen Geschäftsgespräche finden in der Regel sowohl während der Veranstaltungen als auch am Sitz der kenianischen Unternehmen statt. Abgerundet wird die Reise durch ein gemeinsames Rahmenprogramm mit Besuchen relevanter Einrichtungen und Unternehmen, um wertvolle Marktinformationen aus erster Hand zu erhalten und das Netzwerk zu erweitern.

Die Geschäftsanbahnung richtet sich vorrangig an kleine und mittelständische Unternehmen mit Geschäftsbetrieb in Deutschland, wobei auch für große Unternehmen und Bildungsanbieter eine Teilnahme möglich ist. Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 12 Firmen begrenzt. Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt, wobei KMUs Vorrang haben. Der durch das BMWi geförderte Teilnehmerbeitrag an der Geschäftsanbahnung beträgt je nach Umsatz und Mitarbeiteranzahl 500 bis 1.000 Euro netto, zzgl. der individuellen Reise-, Verpflegungs- und Übernachtungskosten. Dolmetscherkosten sowie Transfers zu den B2B Meetings sind im Projekt enthalten.