(VDMA) - Die Maschinenbauer in Deutschland können im Exportgeschäft weiter punkten. In den ersten neun Monaten dieses Jahres legten die Maschinenauslieferungen nach Angaben des Statistischen Bundesamts um nominal 5,2 Prozent oder 6,5 Milliarden Euro auf 131,9 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr zu. Damit hat sich das Exporttempo nur leicht verlangsamt. Zum Halbjahr hatten die Ausfuhren (nach korrigierten Zahlen) ein Plus von 5,9 Prozent erreicht. Im dritten Quartal (Juli – September) 2018 verbuchten die Maschinenbauer ein Exportplus von 3,9 Prozent auf 43,8 Milliarden Euro.

„Der September hat erste Bremsspuren aufgewiesen mit einem Rückgang der Exporte um 0,2 Prozent“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. „Doch man sollte einen einzelnen Monatswert nicht überbewerten. Erst die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die weltweiten Handelsstreitigkeiten auf den Maschinenbau in Deutschland auswirken. Das Geschäft wird zunehmend schwieriger. Umso erfreulicher ist die Fähigkeit vieler mittelständischer Maschinenbaubetriebe, sich trotz aller Handelshemmnisse im globalen Wettbewerb zu behaupten“, analysiert Wiechers.

China rückt wieder an die Spitze
Nach neun Monaten des laufenden Jahres hat sich China die Position als wichtigster Einzelexportmarkt für die Maschinenbauer aus Deutschland zurückerobert. Zwischen Januar und September stiegen die Ausfuhren in die Volksrepublik um 11,4 Prozent auf 14,23 Milliarden Euro an. Damit hat China einen Anteil von 10,8 Prozent an den gesamten deutschen Maschinenausfuhren. Die Exporte in die Vereinigten Staaten – zum Halbjahr noch knapp vor China im Ranking – legten im selben Zeitraum um 6,9 Prozent auf 14,16 Milliarden Euro zu, die USA haben damit einen Anteil von 10,7 Prozent an den gesamten Ausfuhren. Auf den Plätzen dahinter folgten unverändert Frankreich, Italien und das Vereinigte Königreich. Besonders kräftig wuchsen dabei in den ersten neun Monaten die Ausfuhren nach Italien (plus 12,3 Prozent auf 6,23 Milliarden Euro). Auch Großbritannien konnte Boden gut machen (plus 4,5 Prozent auf 5,79 Milliarden Euro). „Der Brexit wird seine ganzen unangenehmen Folgen erst dann zeigen, wenn es zu einem harten Ausstieg kommt. Derzeit profitiert das Geschäft mit dem Vereinigten Königreich von der wechselkursbedingten Stärke der britischen Exportindustrie. Zudem werden wohl viele Bestellungen vorgezogen und Lager gefüllt, um drohenden Handelshemmnissen zuvorzukommen“, vermutet der VDMA-Chefvolkswirt.

Türkei rutscht weiter ab
Die Exporte in die EU-Länder insgesamt legten zwischen Januar und September um 5,6 Prozent auf 62,14 Milliarden Euro zu. Unverändert schwierig blieb dabei das Geschäft mit der Türkei, das Minus der Ausfuhren weitete sich sogar auf 8,9 Prozent aus. Die Türkei steht damit nur noch auf Rang 15 der wichtigsten Exportländer im Maschinenbau. Weiterhin positiv entwickelten sich die Ausfuhren nach Russland (plus 4,9 Prozent auf 4,17 Milliarden Euro), den größten Zuwachs eines Landes in den Top-20 verbuchte Polen mit einem Plus von 14 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro.

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