(dena) - Dezentrale Erzeuger in Italien schließen sich zu Pools zusammen und vermarkten ihren „grünen“ Strom gemeinsam. Der nächste Schritt? Sie wollen Verantwortung für die Netzstabilität übernehmen. Im Rahmen ihres Renewable-Energy-Solutions-Programms unterstützt die dena das deutsche Unternehmen Next Kraftwerke bei der Marktöffnung.

Gemeinsam ist man leistungsfähiger, flexibler und somit besser in der Lage, auf unterschiedliche Angebots- und Nachfragesituationen zu reagieren. Dieses Prinzip macht man sich zunehmend auch auf europäischen Strommärkten zunutze: Einzelne Erzeuger von Strom aus erneuerbaren Quellen – wie Photovoltaikanlagen (PV), Windparks und Biogas-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen mit unterschiedlicher elektrischer Leistung – können digital zu einem virtuellen Kraftwerk vernetzt werden und bilden einen sogenannten „Anlagen-Pool“. Die dezentral daraus erzeugten Strommengen werden jedoch von einer zentralen Stelle vermarktet.

Seit Beginn des Jahres 2018 ist das Kölner Unternehmen Next Kraftwerke mit seiner italienischen Tochter Centrali Next auch auf dem italienischen Stromhandelsgroßmarkt als Stromhändler tätig. Über eine Schnittstelle, die „Next Box“, sind die in den „Next Pool“ eingebundenen Stromerzeugungsanlagen fernsteuerbar. Centrali Next ruft also die unterschiedlichen Einspeiseleistungen „gepoolter“ Anlagen in Echtzeit ab und kann sie im Portfolio – unter anderem unter Berücksichtigung optimierter Wetterprognosen – dem Bedarf entsprechend vermarkten.

Sicherung der Netzstabilität - neues Aufgabengebiet für den digitalen Schwarm

Gute Ergebnisse für die Direktvermarktung von erneuerbar erzeugten Strommengen sind jedoch nur ein Teil dessen, was ein virtuelles Kraftwerk leisten kann. Darüber hinaus ist es auch in der Lage, Leistungsschwankungen im Netz auszugleichen. Diese können unterschiedliche Ursachen haben, darunter die tageszeitlich und durch die Wetterlage bedingt variable Einspeisung von Wind- und PV-Strom, aber auch wechselnde Lasten, die vor allem durch große Verbraucher verursacht werden.

Um solche Fluktuationen auszugleichen, benötigt der Übertragungsnetzbetreiber – in Italien ist dies Trasmissione Elettricità Rete Nazionale, kurz Terna – sogenannte Regelenergie. Je nachdem, ob zu wenig oder zu viel Strom im Netz ist, muss mit positiver oder mit negativer Regelenergie ausgeglichen werden. Diese Aufgabe übernehmen derzeit auf Erzeugerseite hauptsächlich Großkraftwerke und Stromspeicher, auf der anderen Seite können manche Großverbraucher flexibel dafür eingesetzt werden. Doch der italienische Regelenergiemarkt öffnet sich gerade auch für Anlagen-Pools – und Centrali Next strebt als eines der ersten Unternehmen auch hier eine Marktteilnahme mit seinem Pool an. „Für Next Kraftwerke und Centrali Next bietet die große Menge an erneuerbarer Erzeugung in Verbindung mit der kontinuierlichen Öffnung des Regelenergiemarktes eine vielversprechende Grundlage, um in Italien Systemdienstleistungen auch aus dezentralen Anlagen möglich zu machen“, so Tobias Weghorn, Business-Developer bei Next Kraftwerke.

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