(BMWi) - Im Rahmen des BMWi-Markterschließungsprogramms organisiert die Deutsch-Brasilianische Auslandshandelskammer (AHK Rio de Janeiro) vom 01. bis 05. April 2019, in Kooperation mit Enviacon International und den Fachpartnern Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW), Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft (ASW), Bundesverband IT-Sicherheit (TeleTrust) und dem Lateinamerikaverein (LAV) sowie Fachpartnern und Industrieverbänden in Brasilien, eine Geschäftsanbahnungsreise in die Metropolen Rio de Janeiro und São Paulo. Das Projekt ist Bestandteil der Exportinitiative „Zivile Sicherheitstechnologien und –dienstleistungen“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Brasilien, die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas, befindet sich wieder im wirtschaftlichen Aufschwung. Während die Investitionsfreude wächst, beschäftigt die prekäre Sicherheitslage Brasiliens Bevölkerung, Politik und Wirtschaft. Aufgrund der zunehmenden Kriminalität investieren die Brasilianer verstärkt in ihre Sicherheit. Da Deutschland der wichtigste europäische Handelspartner Brasiliens ist, sind deutsche Unternehmen für ihre Qualitätsstandards und Innovationen in Brasilien bereits bekannt. Daraus ergeben sich gute Absatzchancen für deutsche Anbieter im Bereich der Sicherheitstechnologien und -dienstleistungen.

Die öffentliche Sicherheitslage in Brasilien wird unter anderem von Raubüberfällen, Diebstählen, organisierter Kriminalität in Form eines florierenden Schwarzmarktes und illegalem Drogen- und Waffenhandel, sowie Gewaltverbrechen, welche sich in einer der höchsten Mordraten weltweit (30,8 Morde pro hunderttausend Einwohner in 2017) widerspiegeln, beeinträchtigt. Die Regierung bemüht sich um eine Verbesserung der Lage, die öffentlichen Gesamtausgaben für Sicherheit wurden im Jahr 2017 auf R$ 81 Milliarden (etwa EUR 19 Milliarden) geschätzt. Zudem haben bereits einige Bundesstaaten eine Erhöhung ihres Budgets angekündigt, Rio de Janeiro plant beispielsweise den Etat für öffentliche Sicherheit um 15% anzuheben. Vorgesehen ist unter anderem auch eine Modernisierung der Polizei.

Weitere Investitionen sollen in eine verbesserte Infrastruktur sowie Brandschutzmaßnahmen fließen. Insbesondere seit dem verheerenden Brand des historischen Nationalmuseums Rio de Janeiros hat die brasilianische Entwicklungsbank R$ 25 Mio. (etwa EUR 6 Mio.) für Brandschutzmaßnahmen zur Verfügung gestellt. Die Staaten der Amazonasregion bauen zudem ihre Technologien zur Waldbrandüberwachung aus. Darüber hinaus wird kräftig in Sicherheitsmaßnahmen für Großveranstaltungen investiert, da neben einer Vielzahl regelmäßiger Musikevents auch große Sportereignisse bevorstehen, wie der Pan America Cup 2020 in Rio de Janeiro.

Aufgrund der angespannten Sicherheitslage, etwa 75% der Großstadtbewohner schätzen die Sicherheit als schlecht oder sehr schlecht ein, investieren viele private Haushalte in Sicherheitsdienstleistungen, Überwachungs-, Brandschutz-, Alarm- und Zugangssysteme sowie spezielle Sicherheitsvorrichtungen und -materialien an Gebäuden und Fahrzeugen. In den letzten Jahren konnte sich dadurch ein Markt mit etwa 2600 brasilianischen Sicherheitsfirmen etablieren.

Auch für die Industrie spielt Sicherheit eine zentrale Rolle. Gerade im Logistiksektor verursachen Güterdiebstahl und Vandalismus hohe Kosten. Hinzu kommen neue Herausforderungen im Hinblick auf die rasant fortschreitende Digitalisierung und damit einhergehender Cyberkriminalität. Insbesondere der Bankensektor setzt zunehmend auf eine Modernisierung der Sicherheitstechnik und versucht wachsende Onlinekriminalität zu bekämpfen. Generell wird im Rahmen der Digitalisierung der Industrie die Systemsicherheit immer wichtiger und verspricht eine steigende Nachfrage für IT-Sicherheit. Darüber hinaus stehen im boomenden Öl- und Gassektor in den nächsten Jahren immense Investitionen in Sicherheitstechniken an.

Vor diesem Hintergrund können die Teilnehmer im Rahmen der Geschäftsreise die Besonderheiten des Wirtschaftsstandortes Brasilien näher kennenlernen und in Kontakt mit relevanten Entscheidungsträgern und potenziellen Geschäftspartnern treten. Das Programm bietet einen umfassenden Einblick in den zivilen Sicherheitsmarkt, eröffnet Perspektiven auf Geschäftspotentiale für Investitionen und Kooperationen und erleichtert teilnehmenden deutschen Unternehmen den Markteinstieg in Brasilien. Neben einer Fachkonferenz, die den Unternehmen Gelegenheit bietet, sich zu präsentieren und Marktpotentiale auszuloten, schaffen individuell organisierte Geschäftsgespräche und Projektbesuche eine einzigartige Möglichkeit, Geschäftsbeziehungen mit brasilianischen Unternehmen und Multiplikatoren zu initiieren sowie exklusive Informationen von Fachvertretern und Branchenverbänden zu erhalten.

Das Programm richtet sich insbesondere an kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), Selbstständige der gewerblichen Wirtschaft sowie fachbezogene Freiberufler und wirtschaftsnahe Dienstleistungsunternehmen mit Geschäftsbetrieb in Deutschland und entsprechenden Branchenschwerpunkten im Bereich zivile Sicherheitstechnologien und -dienstleistungen. Bei der Vergabe der Teilnehmerplätze wird daher kleinen und mittleren Unternehmen Vorrang gegenüber Großunternehmen eingeräumt.

Eine verbindliche Anmeldung ist bis zum 04. Januar 2019 möglich.

Das detaillierte Programm und die Anmeldeunterlagen finden Sie zum Download auf der Internetseite von Enviacon International oder im Projektflyer

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