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(BMWi) - Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWi) organisiert German Water Partnership e.V. (GWP) in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Bolivianischen Industrie- und Handelskammer (AHK Bolivien), der Deutsch-Chilenischen Industrie- und Handelskammer (AHK Chile), der Deutsch-Ecuadorianischen Industrie- und Handelskammer (AHK Ecuador) und der Deutsch-Peruanischen Industrie- und Handelskammer (AHK Peru) eine Informationsreise zum Thema Wasser- und Abwasserwirtschaft. 

Es handelt sich dabei um eine projektbezogene Fördermaßnahme des BMWi-Markterschließungsprogramms im Rahmen der Exportinitiative Umwelttechnologien. Zielgruppe sind vorwiegend kleine und mittlere deutsche Unternehmen (KMU).

Während der Reise informiert sich die südamerikanische Delegation über aktuelle Entwicklungen und Projekte im Bereich Wasser- und Abwasserwirtschaft in Deutschland. Bei einer Informationsveranstaltung am 30. Mai 2022 in München, bei Besichtigungen von Referenzprojekten und Unternehmensbesuchen in Bayern sowie im Rahmen des geführten Messebesuchs der IFAT Munich an den Folgetagen erhalten die Delegationsteilnehmenden umfassende Einblicke in deutsche Produkte und Dienstleistungen und können mögliche Kooperationsfelder eruieren. Deutsche Unternehmen aus dem Sektor haben die Möglichkeit aus erster Hand zu erfahren, welche Investitions- und Exportmöglichkeiten in den vier Zielländern bestehen, und wertvolle Kontakte zu Entscheidungstragenden zu knüpfen.

Alle vier südamerikanischen Zielländer weisen hohen Bedarf an innovativen, nachhaltigen Lösungen im Wasser- und Abwasserbereich auf und bieten vielseitige Marktchancen für deutsche Unternehmen trotz der teilweise pandemiebedingt beeinträchtigten wirtschaftlichen Entwicklung. In Bolivien streben staatliche Institutionen durch umfassende Investitionen eine Verbesserung der Infrastruktur an. Aktuell werden nur rund 30 % der Abwässer im Land in einer der rd. 220 bestehenden Kläranlagen aufbereitet. Die bestehende Infrastruktur ist zum Großteil sehr alt und kaum automatisiert, was zu hohen Leitungsverlusten, niedrigem Wasserdruck und zu allgemein geringer Systemeffizienz führt. Es besteht ein hoher Bedarf an Technologien für die Abwasseraufbereitung, zur Kontrolle von Wasserqualität, zur Steuerung von Wasserdruck und Handhabung von Leckagen, an Mess- und Pumpsystemen für Trink- und Abwassernetze, sowie Regenwasser- und Geodatenmanagement. Im Privatsektor besteht in mehreren Industrien Investitionsbedarf und -bereitschaft, insbesondere in der Aufbereitung industrieller Abwässer in der Druckindustrie, der Produktion von Getränken sowie im Bergbausektor. 

Das Thema Nachhaltigkeit ist für die chilenische Wirtschaft von großer Bedeutung. Chile leidet unter starken Dürren, die eine Expansion der Wüste und somit einen Rückgang der Nutzfläche mit sich bringen. Gleichzeitig stützt sich die Wirtschaft auf Industrien mit hohem Wasserverbrauch, v. a. Landwirtschaft, Lebensmittel-, Bergbau-, Papier- und chemische Industrie. Es besteht Bedarf an Technologien zur Wasseraufbereitung und Nutzung von Grauwasser, sowie an physikalischen (Umkehrosmose-Membranen, Sand-/Gitterfilter), chemischen (Flockungsmittel, Adsorbentien, Fällungsmittel) und biologischen (Filteranlagen, Bakterien) Aufbereitungssystemen, der Sammlung von Regenwasser, Entsalzung, Solarpumpen sowie Telemetrie.

In Ecuador werden trotz strenger gesetzlicher Rahmenbedingungen ca. 90% des Abwassers unbehandelt in das Süßwasser geleitet. Verstärkt durch illegale Entsorgungen der Industrie und die hohe Zahl von Haushalten ohne Anschluss an die Kanalisation sind viele Wasservorkommen stark kontaminiert.  Ein Großteil der ecuadorianischen Wirtschaft basiert auf Erdölproduktion und zukünftig auch auf Bergbau im großen Maßstab. Ohne den Einsatz innovativer und integraler Lösungen sowie Wissens- und Technologietransfer sind hier schwere Umweltschäden zu erwarten. Geschäftschancen für deutsche Unternehmen liegen daher im Bereich physikalische (Umkehrosmose-Membranen, Sand-/Gitterfilter), chemische (Flockungsmittel, Adsorbentien, Fällungsmittel) und biologische (Filteranlagen, Bakterien) Wasseraufbereitungssysteme sowie Meerwasser-Entsalzungsanlagen.

Bedingt durch die Wasserknappheit in den bevölkerungsreichen Landesteilen und Industriestandorten konkurrieren die peruanische Bevölkerung, Landwirtschaft, Industrie und der Bergbau um diese essentielle Ressource. Technologien, die den Netto-Süßwasserverbrauch durch Reinigung und Aufbereitung, effizientere Nutzung, Rezirkulation oder Meerwasserentsalzung (auch für Bergbau und Agrarprojekte) reduzieren, sind von hohem Interesse für Peru. Zahlreiche Projekte sind in der Vorbereitung für eine Ausschreibung in den nächsten Jahren. Die Einführung von Grenzwerten für die Einleitung von Industrieabwässern ins Kanalisationsnetz generiert darüber hinaus einen Bedarf an Technologie auf Seiten vieler Industrien (Lebensmittel, Textil etc.). 

Die Teilnahme an diesem Programm ist für ausländische und deutsche Unternehmen kostenfrei. 

Weitere Informationen und Anmeldung finden Sie im Projektflyer

Unter www.ixpos.de/markterschliessung ist eine Übersicht zu weiteren Projekten des BMWi-Markterschließungsprogramms.


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