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(Thüringen) -  Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee will den Import von Vorprodukten und Material für die Thüringer Industrie künftig stärker in den Fokus der Außenwirtschaftspolitik stellen. Das kündigte er heute (28. Juni 2022) beim Thüringer Außenwirtschaftstag an. 

"Bisher haben wir uns im Außenhandel vor allem auf neue Absatzmärkte im Ausland konzentriert", sagte Tiefensee vor rund 140 Unternehmerinnen und Unternehmern in Oberhof. "Künftig werden wir uns auch um stabilere Importbeziehungen kümmern müssen." Gerade in den aktuellen Krisen hätten sich die Lieferketten aus dem Ausland zum Teil als äußerst fragil erwiesen, ein Ersatz durch regionale Lieferketten sei aber nicht in allen Fällen möglich. Viele Thüringer Unternehmen drängten deshalb auf eine Ausweitung und Stabilisierung internationaler Zulieferbeziehungen. "Auf diese Forderung reagieren wir in der Außenwirtschaftsförderung jetzt mit dem Angebot von Einkäuferreisen." Noch im Herbst dieses Jahres werde die LEG Thüringen eine erste Einkäuferreise innerhalb Europas anbieten. Statt Kunden oder Geschäftspartner sollen dabei gezielt z.B. potentielle Rohstoff- oder Vorlieferanten für die mitreisenden Thüringer Unternehmen angesprochen werden.

Insgesamt sei das Außenwirtschaftsjahr 2021 nach dem pandemiebedingten Einbruch 2020 wieder äußerst erfolgreich verlaufen, zog der Minister Bilanz. Mit fast 17 Milliarden Euro Export- und knapp 13,7 Milliarden Euro Importvolumen seien neue Rekordmarken im Thüringer Außenhandel erzielt worden - auch wenn diese zumindest teilweise auf gestiegenen Warenpreise beruhten. Dennoch: „Wir sehen allen Risiken zum Trotz im Moment eine gewisse Erholung der Exportwirtschaft“, sagte Tiefensee. "Davon profitiert auch Thüringen sehr deutlich." Allerdings sei unsicher, wie lange diese Erholungsphase anhalten werde.
 
Der 14. Thüringer Außenwirtschaftstag fand, gemeinsam veranstaltet von Thüringer Wirtschaftsministerium, LEG Thüringen und der Arbeitsgemeinschaft der Thüringer Industrie- und Handelskammern, im LOTTO Thüringen Haus in Oberhof statt. "Nachdem zuletzt pandemiebedingt der Außenwirtschaftstag nicht in Präsenz stattfinden konnte, freuen wir uns, dass es wieder die Möglichkeit zum umfassenden Austausch vor Ort gab", sagt LEG-Geschäftsführer Andreas Krey. "Gerade angesichts der gewaltigen Herausforderungen, vor denen alle Beteiligte im internationalen Geschäft heute stehen, ist das besonders wichtig!"

Die Leitveranstaltung für den Thüringer Außenhandel stand in diesem Jahr unter dem Leitsatz "Neue Wege im internationalen Business". Hauptredner waren der Zukunftsforscher und Marketingexperte Tim Cortinovis sowie der frischgebackene zweifache Rodel-Olympiasieger Johannes Ludwig, der im abendlichen "Bierdeckelgespräch" der Frage "Was kann die Wirtschaft vom Sport lernen?" nachging. Konkrete Themen waren u.a. die Diversifizierung von Lieferbeziehungen und die Bewältigung von Lieferengpässen, neue Vertriebswege durch digitales Marketing und neue Vertriebsplattformen sowie eine Analyse von länderspezifischen Marktbedingungen. Hierzu waren u.a. zwölf Länderexperten, Akteure der Außenhandelskammern und die Auslandsbeauftragten der LEG Thüringen am Start und gaben detaillierte Marktinformationen sowie Infos zur Spezifität des Vertriebs in Ländern wie Indien, Israel, USA, China, Vietnam und Uruguay. Insgesamt nahmen rund 140 Thüringer Unternehmerinnen und Unternehmer an der Veranstaltung teil.

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