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Wie funktioniert E-Commerce heute? Die Studie unter 341 Onlinehändlern zeigt, wie internationaler E-Commerce betrieben wird und welche Märkte eine Rolle spielen.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat zusammen mit Industrie- und Handelskammern (IHK) und ibi research an der Universität Regensburg (ibi) den Stand zum internationalen E-Commerce aus Sicht der Handelsakteure zusammengetragen.

E-Commerce im Handel

Konsumenten werden immer offener dafür, wo sie einkaufen und woher die Produkte geliefert werden. Viele Unternehmen verkaufen daher bereits über die Landesgrenzen hinweg - im Onlinehandel.

Studie Internationaler E-Commerce aus Haendlersicht

Studie Internationaler E-Commerce aus Haendlersicht

EU Onlinemärkte

Die wichtigsten EU Zielländer für Onlinehändler

Mittel- und osteuropäische Länder gewinnen an Bedeutung:

  • Tschechische Republik 7,5 %
  • Polen 7,1 %
  • Slowakei 2,0 %

Nicht-EU Onlinemärkte

Die wichtigsten Drittländer für den weltweiten Onlineverkauf

  • USA 22,5 %
  • China 11,5 %
  • Russland 7,1 %
  • Australien 4,3 %
  • Japan 4,0 %
  • Kanada 3,6 %

B2C & B2B digital

Im B2C-Bereich verkauft die Mehrheit der befragten Händler über den eigenen Online-Shop, jeder Dritte auch über Online-Portale

  • eigener Online-Shop 79 %
  • Online-Marktplätze Inland 64 %
  • ausländische Marktplätze 16 %

Im B2B-Bereich ist der Online-Shop der wichtigste digitale Vertriebskanal, Messen (46 %) und Aussendienst (59 %) spielen häufig noch eine wichtige Rolle

  • Online-Shop 48 %
  • Online Marktplätze Inland 27 %
  • Ausländische Marktplätze 10 %

Wert eines durchschnittlichen Warenkorbs pro Kundenbestellung

  • Übersicht: Bestellwert je B2C und B2B
Land

Bestellwert B2C

Bestellwert B2B

Deutschland

176,14 €

2.269,49 €

Österreich

129,46 €

659,77 €

Schweiz

140,37 €

1.349,58 €

Frankreich

75,25 €

3.634,08 €

Niederlande

80,20 €

4.005,56 €

Italien

65,32 €

300,31 €

Großbritannien

85,89 €

951,42 €

USA

91,50 €

2.571,64 €

China

926,67 €

3.000,00 €

Shop versus Plattform

Über die Hälfte der Händler verkauft über den eigenen Online-Shop

  • Übersicht: Wo verkaufen Sie hauptsächlich Ihre Produkte im jeweiligen Land?
Land

Online-Shop

Online-Marktplatz

andere Verkaufskanäle

Deutschland

54 %

32 %

54 %

Österreich

57 %

33 %

40 %

Schweiz

57 %

12 %

51 %

Frankreich

43 %

42 %

43 %

Niederlande

53 %

23 %

44 %

Italien

38 %

36 %

36 %

Großbritannien

44 %

42 %

37 %

USA

42 %

29 %

55 %

China

14 %

21 %

76 %

Zahlungsverfahren

Je Land werden mehrere Zahlungsverfahren angeboten

  • häufigste Zahlungsverfahren: Rechnung, Vorkasse, PayPal
  • als sicher werden eingestuft: Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Niederlande, Italien, Großbritannien, USA und China.
  • als unsicher wird eingestuft: China

Versand & Retouren

Erfahrungen bei Versand- und Retouren

  • Kosten für Versand- und Retourenabwicklung sind im Ausland höher
  • Lagerhaltung erfolgt überwiegend in Deutschland (Flexibilität, Schnelligkeit)
  • Retourenquote ist bei Lieferungen ins Ausland geringer:
    - Deutschland im Schnitt 6,5 %
    - im Mittel der Fokusländer ohne Deutschland 3,8 %
    [Österreich 5,6 % > Niederlande > Tschechische Republik > Australien > Spanien 4,1 %]

Werbemaßnahmen

Marketinginstrumente, um Kunden aus dem Ausland auf den jeweiligen Online-Shop aufmerksam zu machen

  • Suchmaschinen-Optimierung (SEO) 66 %
  • Suchmaschinen-Werbung (SEA) 45 %
  • Soziale Netzwerke 36 %
  • Newsletter-Versand 30 %
  • Bannerwerbung 23 %

Ein Großteil der Händler steuert seinen Internet-Auftritt im Ausland ausschließlich aus Deutschland

  • Nein, wir steuern und bearbeiten alles von Deutschland aus 68 %
  • Wir haben ein eigenes Team oder Unternehmenspräsenz vor Ort 12 %
  • Ja, wir haben für die Zielländer verschiedene, spezialisierte Agenturen 11 %
  • Ja, unsere Agentur, die uns in Deutschland unterstützt, hilft uns auch im Ausland 8 %

Herausforderungen

Beim internationalen Onlinehandel gibt viel zu beachten. Händler nennen zahlreiche Hürden beim Verkauf ins Ausland.

  • rechtliche Unsicherheiten 46 %
  • komplizierte Zollabwicklung 36 %
  • Geltendmachen offener Forderungen 30 %
  • fehlende Information über ausländische Märkte 27 %
  • Hoher Aufwand durch unterschiedliche Umsatzsteuersätze 27 %
  • Unsicherheiten bei Zahlungsabwicklung 26 %
  • Mehrsprachenfähigkeit des Online-Shops 23 %
  • Abwicklung von Retouren 21 %
  • Mehrsprachiger Kundenservice 21 %
  • Übersetzung der Website 21 %
  • Logistik und Fulfillment 17 %
  • Registrierungsaufwand EU-Verpackungsverordnung 14 %
  • Versandabwicklung Ausland 13 %
  • Online-Marketing Ausland 11 %
  • unterschiedliche Steuersätze 11 %
  • keine Länderexpertise 10 %
  • Angebot in Fremdwährung 10 %
  • kulturelle Besonderheiten 9 %
  • geeigneter Payment Service Provider 4 %
  • ausländische Konkurrenz vor Ort 4 %
  • Online-Marketing im Ausland, länderspezifische Strategien

Potenziale

Nicht ausgeschöpfte Potenziale

  • länderspezifischen Preise festlegen und Wertschöpfungspotenzial nutzen (50 % der Befragten tuen das nicht)
  • auf den Verkauf im Ausland vorbereiten, Wettbewerbsanalysen tätigen (30 % der Befragten tuen das nicht)
  • angepasstes Produktsortiment auswählen (50 % der Befragten tuen das nicht)
  • gesetzliche Anforderungen im Zielland prüfen (50 % der Befragten tuen das nicht)

Die Entwicklung einer Cross-Border-Strategie hilft Ihnen, die Potenziale zu analysieren und zu nutzen.

Prognose

Das Auslandsgeschäft wird weiter zunehmen, sagen die befragen Online Händler

  • fast zwei Drittel (65 %) gehen davon aus, dass der Cross-Border-Handel an Bedeutung gewinnen wird
  • dies gilt auch für die internationalen Wettbewerber, die in den deutschen und andere Märkte liefern
  • die Region Osteuropa wird als vielversprechend für den internationalen Online-Verkauf gesehen
  • es wird als wichtig gesehen, die Marktposition auf den Auslandsmärkten und im wachsenden Bedarf zu sichern

Quelle: DIHK-IHK-ibi research Studie 2019 „Internationaler E-Commerce – Chancen und Herausforderungen aus Händlersicht“ (PDF)

Weitere Informationen:

Studie Download

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sowie die Industrie- und Handelskammern (IHK) haben in Zusammenarbeit mit dem Institut ibi research an der Universität Regensburg (ibi) den Stand zum internationalen E-Commerce aus Sicht der Online-Handelsakteure zusammengetragen.

Quelle: DIHK-IHK-ibi research Studie 2019 „Internationaler E-Commerce – Chancen und Herausforderungen aus Händlersicht“ (PDF)

In der Studie wird der Status Quo hinsichtlich des grenzüberschreitenden Verkaufens untersucht. In vielen Auswertungen wurde sich auf neun Fokusländer konzentriert: Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Niederlande, Italien, Großbritannien, USA und China.