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(DIHK) - Bundesaußenminister Heiko Maas reist in der kommenden Woche nach Brasilien, Kolumbien und Mexiko und damit in eine Region, der die hiesige Wirtschaft durchaus Potenzial beimisst, wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) betont.

"Das Interesse deutscher Unternehmen an Lateinamerika nimmt aktuell zu", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben dem "Tagesspiegel" vor dem Hintergrund der Maas-Reise.

Ein wichtiger Grund dafür sei die beginnende wirtschaftliche Erholung in Brasilien: Fast 90 Prozent der dort aktiven deutschen Betriebe seien überzeugt, dass sich die neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen positiv auf ihr Geschäft auswirken würden. "Selbst für Investitionen vor Ort zeigen sich die Unternehmen wieder zuversichtlicher", so Wansleben.

Und auch über Brasilien hinaus sei "das Potenzial groß", berichtete der DIHK-Hauptgeschäftsführer, das gelte insbesondere für Chile, Peru, Kolumbien und etliche zentralamerikanische Länder: "Die protektionistische US-Handelspolitik der USA hilft hier deutschen Unternehmen, denn viele lateinamerikanische Staaten suchen derzeit nach neuen Partnerschaften auf den Weltmärkten."

Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur steigere die Hoffnungen auf eine engere Kooperation – "wovon auch deutsche Unternehmen profitieren können". Große Chancen sehen die Betriebe laut Wansleben in der Landwirtschaftstechnologie, in der Rohstoffgewinnung und -aufbereitung sowie im Bereich der Industrie 4.0.

Die Krise in Venezuela habe "aktuell keine großen Auswirkungen auf deutsche Unternehmen", betonte er. Denn: "Diese haben sich entweder schon vor längerer Zeit aus dem Land zurückgezogen oder aber ihre operativen Aktivitäten zumindest weit heruntergefahren."

Der DIHK rechne damit, dass die Ausfuhren deutscher Unternehmen in die Wirtschaftsregion Lateinamerika 2019 um mehr als 5 Prozent zulegten. Das deutsche Exportvolumen nach Lateinamerika würde sich damit von 35,5 auf 38 Milliarden Euro erhöhen.

"Das ist in einem ansonsten schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld ein überdurchschnittlicher Zuwachs", befand der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Die DIHK-Exportprognose insgesamt liege bei 2 Prozent.

Und: "Mit den insgesamt wieder zuversichtlichen Investitionsaussichten deutscher Unternehmen in der Region könnte sich die Beschäftigtenzahl in den deutschen Tochtergesellschaften von aktuell 575.000 auf knapp 600.000 erhöhen."

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