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(BMWi) - Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) organisiert die Deutsch-Brasilianische Auslandshandelskammer Rio de Janeiro in Zusammenarbeit mit SBS systems for business solutions vom 23.-27.11.2020 eine digitale Geschäftsanbahnung zum Thema Abfall- und Recyclingwirtschaft in Brasilien. Die aktuelle Situation und die Auswirkungen der globalen Corona-Krise lassen eine physische Durchführung vor Ort nicht zu. Es handelt sich dabei um eine projektbezogene Fördermaßnahme.

Brasilien, das fünftgrößte Land der Welt gemessen an der Einwohnerzahl und Fläche, steht mit seiner Abfall- und Recyclingwirtschaft vor einer Herausforderung – insbesondere in den Ballungsgebieten der Großstädte. Mit seinem Abfallaufkommen lag Brasilien 2018 an weltweit vierter Stelle. Doch eine wenig strukturierte Abfallwirtschaft gepaart mit einem geringen Recycling-Bewusstsein der Bevölkerung führen zu optimierbaren Quoten in der stofflichen Verwertung. Da die kommunale Implementierung nationaler Gesetzesvorgaben nur zögerlich voranschreitet, hofft die Regierung auf privatwirtschaftliche Initiativen. Ein hoher Handlungsbedarf, aber auch die Erschließung vielfältiger wirtschaftlicher Möglichkeiten bestehen dabei im Bereich Recycling sowie der energetischen Nutzung. Deutsche Unternehmen sind für ihre Qualitätsstandards und Innovationen in Brasilien bekannt, woraus sich auch gute Absatzchancen für deutsche Anbieter im Bereich der Abfallwirtschaft, dem Recycling und der stofflichen sowie energetischen Nutzung ergeben.

Jährlich produzieren die brasilianischen Haushalte circa 216.000 Tonnen Abfall. Etwa 58% der Siedlungsabfälle sind organischer Natur und 30 – 40% der Haushaltsabfälle gelten als wiederverwertbar, die sich aus 17% Kunststoff, 13% Papier und Pappe, 2% Glas und 0,5% Aluminium zusammensetzen. Die tatsächliche Recycling-Quote in Brasilien liegt, in Ermangelung offizieller Zahlen, Schätzungen zufolge, bei allerdings gerade mal 13%. Fortschritte in den Recycling-Quoten sind bei Materialen mit höherem Marktwert zu beobachten: Aluminiumverpackungen erreichen Recycling-Quoten von bis zu 91,5%, Papier von bis zu 43,7% und Glas bis zu 47%. Durch eine niedrige Recycling-Quote von nur 18 bis 55% bieten PET- Verpackungen das größte Entwicklungspotenzial.

Eine weitere Problematik stellt die selektive Abfallentsorgung dar, 90% der Kommunen im Süden bzw. Südosten und 50% der Kommunen im Norden und Nordosten bieten Initiativen zur getrennten Entsorgung an, diese sind jedoch bei weitem nicht vergleichbar mit dem deutschen Schema. Vor allem der getrennte Abholservice der örtlichen Entsorgungsbetriebe ist nur sehr gering verbreitet, was folglich zu einem geringen Anreiz der Abfalltrennung in der Bevölkerung führt. Daher sind die landestypischen Abfallsammler essentiell für die brasilianische Abfallwirtschaft.

Da der Markt für Recycling bzw. stoffliche Verwertung in Brasilien insgesamt noch eher unterentwickelt ist, besteht hier ein erhebliches Potenzial für deutsche Unternehmen. Vor diesem Hintergrund können die deutschen Teilnehmer im Rahmen der digitalen Geschäftsanbahnung die Besonderheiten des Wirtschaftsstandortes Brasilien näher kennenlernen und in Kontakt mit relevanten Entscheidungsträgern und potenziellen Geschäftspartnern der Abfall- und Recyclingwirtschaft treten. Die digitale Durchführung eröffnet Perspektiven auf Geschäftspotenziale für Investitionen und Kooperationen und erleichtert teilnehmenden deutschen Unternehmen den Markteinstieg in Brasilien. Neben einer virtuellen Fachkonferenz, die den deutschen Unternehmen die Gelegenheit bietet, ihre Produkte und Dienstleistungen zu präsentieren und Marktpotenziale auszuloten, schaffen individuell organisierte, virtuelle Geschäftsgespräche und Projektbesuche eine einzigartige Möglichkeit, Geschäftsbeziehungen mit brasilianischen Unternehmen und Multiplikatoren zu initiieren sowie exklusive Informationen von Fachvertretern und Branchenverbänden zu erhalten.

Die digitale Geschäftsanbahnung

Bei der digitalen Geschäftsanbahnung werden individuelle Geschäftskontakte vermittelt, wodurch sich die einzigartige Gelegenheit bietet, ein Netzwerk im Zielland Brasilien aufzubauen.

Die Teilnehmer erhalten eine Zielmarktanalyse und im Rahmen eines virtuellen Briefings Informationen über die brasilianischen Marktgegebenheiten sowie einen Überblick über den wirtschaftlichen und politischen Kontext, kulturelle und strukturelle Besonderheiten und hilfreiche Netzwerke und Institutionen. Hierzu werden unter anderem das BMWi sowie deutsche Auslandsvertretungen, brasilianische und deutsche Multiplikatoren sowie Industrieverbände, wie zum Beispiel die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Germany Trade and Invest (GTAI), eingebunden.

Wer kann teilnehmen?
Das Projekt ist Bestandteil des BMWi-Markterschließungsprogramms für KMU und unterliegt den De-Minimis-Regelungen. Der Eigenanteil der Unternehmen für die Teilnahme an dem virtuellen Projekt beträgt in Abhängigkeit der Größe des Unternehmens zwischen 250 und 500 EUR (netto).

Für alle Teilnehmer werden die individuellen Leistungen in Anwendung der De-minimis-Verordnung der EU bescheinigt. Für die geförderte Teilnahme ist mit der Anmeldung eine De-minimis-Erklärung über die Nichtausschöpfung der Freigrenze von dem Unternehmen beim Durchführer abzugeben.

Eine verbindliche Anmeldung ist bis zum 21. August 2020 möglich.

Die Anmeldeunterlagen sowie weitere Informationen zum Programm finden Sie auf der Projektwebsite bzw im Infoflyer.

Das Projekt ist Bestandteil der Exportinitiative Umwelttechnologien des BMWi und wird im Rahmen des BMWi-Markterschließungsprogramms für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) durchgeführt.

Eine Übersicht zu weiteren Projekten des BMWi-Markterschließungsprogramms für KMU finden Sie unter www.ixpos.de/markterschliessung.

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