Service navi

(ZVEI) - „Weltweit wächst der Halbleitermarkt im laufenden Jahr um 4 Prozent auf 428 Milliarden Dollar“, sagte Stephan zur Verth, Vorsitzender der Fachgruppe Halbleiter-Bauelemente im ZVEI-Fachverband Electronic Components and Systems, anlässlich eines ZVEI-Pressegesprächs.

„Damit hat sich der Welthalbleitermarkt trotz der Corona-Krise überraschend gut entwickelt und schlägt sich besser als die globale Konjunktur.“ Der europäische Markt erlebt laut zur Verth 2020 allerdings einen starken Umsatzrückgang. In der Region Europa, zu der auch der Nahe Osten und Afrika (EMEA) hinzugerechnet werden, gehe der Markt im laufenden Jahr um etwa 8 Prozent auf 38 Milliarden Dollar zurück. Vor allem Deutschland verzeichne einen hohen Umsatzrückgang von rund minus 14 Prozent auf 12,3 Milliarden Dollar. Trotzdem fällt seine Prognose für den Halbleitermarkt positiv aus: „Im kommenden Jahr erwarten wir weltweit eine Umsatzsteigerung von 8 Prozent auf 463 Milliarden Dollar und europaweit eine Umsatzsteigerung von 5 Prozent auf 38 Milliarden Dollar“, so zur Verth.

5G, KI und Edge-Technologie beschleunigen weltweites Wachstum

„Europa und besonders Deutschland erleben aufgrund ihrer hohen Anteile im Automotive-Markt sowie durch Segmente mit niedrigerem Speicheranteil einen stärkeren Umsatzeinbruch durch die Corona-Pandemie als andere Teile der Welt“, erklärte zur Verth. Bei Wachstumstreibern für den Welthalbleitermarkt handele es sich unter anderem um 5G, KI und die Edge-Technologie. Letztere sei die Voraussetzung für den Trend, relevante Daten („Relevant Data“) statt „Big Data“ in die Cloud zu bringen. Die Edge-Technologie ermögliche durch die Reduzierung des Datenverkehrs zum Beispiel, dass weniger Energie verbraucht werde. Außerdem begünstige die Edge-Technologie Analysen und Handlungen in Echtzeit, beispielsweise beim Internet of Things und beim autonomen Fahren, da keine Verzögerung durch Netzwerklatenz vorhanden sei. „Wir gehen davon aus, dass Cloud-Devices zunehmend um Edge-Devices ergänzt werden. Für Europa ist das eine große Chance“, erklärte zur Verth.

Mit IPCEI II Europa für internationalen Wettbewerb stärken

„Ich bin sicher, dass unsere Branche in den kommenden Jahren nochmals mehr an Bedeutung gewinnen wird“, so zur Verth. "Die gesellschaftlichen Herausforderungen, die unter anderem aus dem Klimawandel, der demografischen Entwicklung und der Ressourcenknappheit resultieren, erfordern neue digitale Lösungen.“ Der ZVEI befürwortet daher ausdrücklich, dass die EU-Kommission und die Bundesregierung mit einem zweiten IPCEI (Important Projects of Common European Interest) zur Mikroelektronik die europäische und deutsche technologische Souveränität in diesem Schlüsselbereich stärken und einseitige Abhängigkeiten reduzieren wollen. “Damit Europa bei Schlüsseltechnologien wie 5G, KI und Edge Computing eine führende Rolle einnimmt, müssen jetzt die Weichen neu gestellt und mithilfe des IPCEI-Instruments Investitionen in zukünftiges Wachstum angestoßen werden“, erklärte zur Verth. Die Politik müsse dafür nicht nur einen Rahmen setzen, sondern auch Anreize schaffen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in einer zunehmend volatilen Welt stärken.

Weitere Meldungen

Suche IXPOS-News

Die USA sind Haupthandelspartner der hessischen Maschinenbauer, aber auch die Importe aus China steigen ebenfalls zweistellig an.

Mehr lesen

Geschäftsreisen sollen zunehmend wieder physisch durchgeführt werden

Mehr lesen