Service navi

(GIZ) - Indiens Wirtschaft wächst rasant, der Energiebedarf steigt. Auf dem Subkontinent wird bis zum Jahr 2040 laut Schätzungen der Internationalen Energieagentur doppelt so viel Energie verbraucht werden, wie derzeit. Das Land steht damit vor immensen Herausforderungen, auch in Sachen Klimaschutz. Vor wenigen Jahren galt Indiens Energieversorgung noch als teuer, unsicher und umweltschädlich. Um den stetig wachsenden Energiehunger zu stillen, setzte das Land ganz auf Steinkohle.

Und heute? Auf der To-do-Liste Indiens stehen klimafreundliche, effiziente und nachhaltige Lösungen für den wachsenden Energiebedarf ganz weit oben. Das Land hat sich im Zuge der Pariser Klimaziele verpflichtet, den Anteil nicht fossiler Energie-Quellen am Stromverbrauch bis 2030 auf 40 Prozent zu erhöhen. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, 175 Gigawatt (GW) Kapazität für erneuerbare Energien bis 2022 zu erreichen – 40 GW davon allein über Photovoltaik-Dachanlagen. Im Vergleich: in Deutschland stehen zur Zeit 46 GW an Energie aus Photovoltaik-Anlagen zur Verfügung.

Das Bundesumweltministerium und das Bundesentwicklungsministerium unterstützen die indische Regierung beim Ausbau erneuerbarer Energien in Indien. Die deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH führt das Projekt durch. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf einfachen modularen Solarsystemen auf Dächern. Sie können Strom produzieren und somit zur klimaneutralen Stromversorgung beitragen - in Kombination mit einer Batterie sogar rund um die Uhr.

Energie selbst produzieren und speichern: Möglich macht dies eine einfache, von der GIZ mitentwickelte technische Lösung. Die Photovoltaik-Module können über eine Website online bestellt werden, die Installation nimmt ein lokaler Techniker vor. Derzeit werden ungefähr 1.000 Solarinstallateur*innen geschult, um die Montage der einzelnen Systeme beim Kunden vor Ort zu unterstützen und die Verbreitung der einfachen Solarsysteme voranzutreiben. Mithilfe der Dachsolaranlagen lassen sich gegenüber konventionellen Energieträgern jährlich ca. 2 Tonnen CO2 pro Photovoltaik-System einsparen. Zum Vergleich: Eine Fichte nimmt in rund 100 Jahren eine vergleichbare Menge an CO2 aus der Luft auf und wandelt sie in Sauerstoff um.

Derzeit wird das Online Portal zur Abwicklung von Bestellungen und Installationen für die Photovoltaik-Dachanlagen in fünf indischen Bundesstaaten getestet. Die Website regelt auch die Auszahlungen der staatlichen Subventionen für die Anlagen. Allein in Gujarat wurden innerhalb von vier Monaten rund 34.000 Photovoltaik-Dachanlagen registriert. Diese können, sobald sie einmal installiert sind, rund 169 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Zum Vergleich: das ist mehr als der jährliche CO2 Ausstoß von Nordrhein-Westfalen - dieser beträgt 155 Millionen Tonnen.

Weitere Meldungen

Suche IXPOS-News

Die USA sind Haupthandelspartner der hessischen Maschinenbauer, aber auch die Importe aus China steigen ebenfalls zweistellig an.

Mehr lesen

Geschäftsreisen sollen zunehmend wieder physisch durchgeführt werden

Mehr lesen