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(BMWi) - Die indische Regierung gewährt Aufschub für die Fertigstellung von Erneuerbare-Energien-Projekten – sofern die Coronavirus-Pandemie ihren Abschluss verzögert. Bei einem Rückstand drohen deutschen Projektierern somit keine Geldbußen mehr.

Mit einer Ausgangssperre für 1,37 Milliarden Menschen erlebt Indien derzeit den größten Lockdown weltweit. Nun hat das Land entschieden, Projektierer klimafreundlicher Energieprojekte vor den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie zu schützen: Diese dürfen ihre Projektfristen für die Fertigstellung von Anlagen nun auf Antrag bei Behörden und Unternehmen wie der Solar Energy Corporation of India (SECI) verlängern lassen – vorausgesetzt die Antragsteller können belegen, dass sie ihr Projekt infolge der Corona-Situation nicht rechtzeitig fertigstellen können, etwa durch unterbrochene Lieferketten. Das gab das Indische Ministerium für neue und erneuerbare Energien (MNRE) Ende März bekannt. Die indische Regierung stuft Corona-bedingte Verzögerungen inzwischen als ein Ereignis höherer Gewalt ein.

Die neue Regelung entlastet Akteure in der Erneuerbare-Energien-Branche stark. Zuvor mussten Entwickler mit hohen Geldstrafen rechnen, wenn sie die Projektabschlussfristen aus den Stromabnahmevereinbarungen nicht einhalten konnten. „Der Schritt sollte als Ansporn der Regierung für die Erneuerbare-Energien-Branche betrachtet werden“, sagte Ashish Nainan, Analyst für erneuerbare Energien, der Nachrichtenplattform Recharge News. „Die Regierung will die durch das Virus verursachte finanzielle Last auf die Branche eingrenzen.“

Für ein Photovoltaik-Projekt mit einer Leistung von 100 MW hätten Unternehmen für die ersten 30 Tage Fristüberschreitung insgesamt 200 Millionen indische Rupien (circa 2,4 Millionen Euro) an Strafe zahlen müssen – mit jedem überschrittenen Tag also anteilig etwa 80.000 Euro. Für die darauffolgenden 60 Tage wäre die Summe auf insgesamt 800 Millionen indische Rupien (circa 9,7 Millionen Euro) gestiegen – also mehr als 160.000 Euro pro Tag, rechnet das Fachmagazin PV-Tech vor.

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AHK-Zielmarktanalyse: Indien: Energieeffizienz & Eigenversorgung mit erneuerbaren Energien für Industriekunden

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