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(BMWi) - Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) organisiert die AHK Indonesien vom 14.-18. Juni 2021 in Zusammenarbeit mit der BlackForest Solutions GmbH eine digitale Geschäftsanbahnung zum Thema „Recycling und Abfallwirtschaft“ in Indonesien.

Die aktuelle Situation und die Auswirkungen der globalen Corona-Krise lassen eine physische Durchführung vor Ort nicht zu. Es handelt sich dabei um eine projektbezogene Fördermaßnahme der BMWi Exportinitiative Umwelttechnologien. Die Durchführung erfolgt im Rahmen des BMWi-Markterschließungsprogramms für KMU. Zielgruppe sind vorwiegend kleine und mittlere deutsche Unternehmen (KMU). Unterstützt wird die Geschäftsanbahnung von dem German RETech Partnership e.V. (RETech) sowie der IHK Nürnberg.

Programm
Während der mehrtägigen digitalen Geschäftsanbahnung lernen die Teilnehmer die Wirtschaftsregion Indonesien näher kennen und treten in Kontakt mit potenziellen Geschäftspartnern. Das Programm bietet einen umfassenden Überblick über das vielseitige Potenzial für Investitionen und Kooperationen und ermöglicht teilnehmenden deutschen Unternehmen den geschäftlichen Einstieg in die Zielregion. Zur inhaltlichen Vorbereitung werden eine marktspezifische Zielmarktanalyse sowie produktspezifische Informationen bereitgestellt. Auftakt der digitalen Geschäftsanbahnung ist das Länderbriefing zu Indonesien. An den Folgetagen besteht in einer Online-Präsentationsveranstaltung die Möglichkeit zur Vorstellung von Produkten und Dienstleistungen. In den im Vorfeld organisierten und von der AHK moderierten Einzelgesprächen sollen konkrete Kooperationen mit indonesischen Unternehmen aus dem Sektor angebahnt werden.

Zielregion
Der wirtschaftliche Aufstieg der größten Volkswirtschaft Südostasiens wird von einem steigenden Abfallaufkommen begleitet. Jedes Jahr werden ca. 65 Mio. t Abfall produziert, davon ca. 15-20 Prozent aus Plastik. Aufgrund der unzureichenden lokalen Sammlung muss die lokale Recyclingindustrie ihren Bedarf durch zusätzliche Importe von Plastikabfällen decken. Regierungsziele sehen bis 2025 jedoch eine Halbierung dieser Importe vor. Stattdessen sollen lokale die Sammlung und Verwertung verbessert werden.

Konkrete Maßnahmen werden u.a. durch die Regulierung 75/2019 des indonesischen Umweltministeriums erwartet. Produzenten von Nahrungsmitteln, Kosmetik und anderen Konsumgütern müssen, die durch ihre eigenen Produkte verursachten Abfälle bis 2029 um 30 Prozent reduzieren, insbesondere durch Recycling und Wiederverwertung. Davon betroffen sind Verpackungen aus Plastik, Aluminium (Dosen), Glass und Papier. Ab 2030 sind Vertrieb und Nutzung von Strohhalmen aus Plastik, Plastiktüten sowie Einwegverpackungen aus Polystyrol untersagt. Der Zeitplan für die Umsetzung sieht für 2021 die Entwicklung von Konzepten zur Rücknahme von Verpackungen sowie die Stärkung von Kooperationen mit Waste Banks und anderen Sammelstellen vor. Im Jahr 2022 sollen Pilotprojekte und Baseline-Studien durchgeführt werden. Ab 2023 soll die Implementierung der entwickelten Konzepte beginnen, um bis spätestens 2029 die Mindestziele der Regierung zu erreichen.

Lokal ansässige Konsumgüterproduzenten treiben die Verfügbarmachung und Nutzung von recycelten Materialien aktiv voran. Mit der Gründung der Indonesia Packaging Recovery Organization (IPRO) wurde ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung einer Extended Producer Responsibility gemacht. IPRO soll die Sammlung von Verpackungen organisieren sowie neue Verpackungskonzepte entwickeln, die auf einfache Weise recycelt werden können.

Marktchancen
Zukünftig wird insbesondere Bedarf an innovativen Lösungen zur Abfallreduzierung, zur Neugestaltung von Verpackungen sowie zur Verwertung von Plastik und Papier bestehen. Die Indonesia National Plastic Partnership hat den Finanzbedarf zur Erreichung der Regierungsziele geschätzt. Für den Aufbau der notwendigen Infrastruktur sind bis 2040 demnach mehr als USD 18 Mrd. notwendig. Die jährlichen Betriebskosten für ein Kreislaufwirtschaftssystem werden auf USD 1,1 Mrd. pro Jahr geschätzt. Bis zum Jahr 2040 könnten diese weiter auf ca. USD 2 Mrd. pro Jahr ansteigen. Geschäftsmöglichkeiten bestehen auch im Bau und Betreiben von Aufbereitungsanlagen, z.B. für PET oder andere hochwertige Plastiksorten. Für Technologieanbieter ist insbesondere die notwendige Modernisierung der Recyclingindustrie interessant. Zur Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit muss die lokale Industrie ihre Anlagen erneuern, um zukünftig vor allem höherwertige Produkte produzieren zu können.

Wer sollte teilnehmen
Das Programm richtet sich insbesondere an KMU, Selbstständige der gewerblichen Wirtschaft sowie fachbezogene Freie Berufe und wirtschaftsnahe Dienstleistungsunternehmen mit Geschäftsbetrieb in Deutschland und entsprechenden Branchenschwerpunkten. Bei der Vergabe der Teilnehmerplätze wird daher kleinen und mittleren Unternehmen Vorrang gegenüber Großunternehmen eingeräumt.

Weitere Informationen finden Sie im Projektflyer.

Eine verbindliche Anmeldung ist bis zum 12. März 2021 möglich.

Eine Übersicht zu weiteren Projekten des BMWi-Markterschließungsprogramms für KMU finden Sie unter www.ixpos.de/markterschliessung.

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