(BMWi) - Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) organisiert enviacon international in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Bolivianischen Industrie- und Handelskammer (AHK Bolivien) sowie den Fachpartnern Bund Deutscher Verpackungs-ingenieure (bdvi) e.V., Packaging Valley Germany e.V., H. J. Schryver & Co. (GmbH & Co. KG) und dem Lateinamerika Verein e.V. im Zeitraum 6. bis 10. Dezember 2021 eine digitale Geschäftsanbahnungsreise zum Thema Lebensmittel- und Verpackungstechnologien nach Bolivien.

Die aktuelle Situation und die Auswirkungen der globalen Corona-Krise lassen eine physische Durchführung vor Ort nur beschränkt zu, daher wird das Projekt zunächst als digitales Format geplant. Es handelt sich dabei um eine projektbezogene Fördermaßnahme im Rahmen des BMWi-Markterschließungsprogramms. Zielgruppe sind vorwiegend kleine und mittelständische deutsche Unternehmen (KMU).

Trotz seiner vergleichsweisen geringen Größe (11,7 Mio. Einwohner) ist Bolivien aktuell einer der Märkte mit dem in Lateinamerika größten Wirtschaftswachstum. Eine wachsende Mittelschicht und merkliche Tendenzen der Armutsreduzierung machen das Land heute zu einem attraktiven Zielmarkt für ausländische Unternehmen. Im Ease of Doing Business-Index der Weltbank belegt Bolivien zwar noch Platz 150 von 190 Volkswirtschaften, konnte sich in den vergangenen Jahren aber steigern. Im Jahr 2019 betrug das BIP 41,2 Mrd. USD. Eine voranschreitende Industrialisierung, ein starker Bergbau- und ausgeprägter Agrarsektor stützen besonders die bolivianische Wirtschaft. Dem östlichen Departamento Santa Cruz kommt hierbei als Zentrum der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft sowie der lebensmittelverarbeitenden Industrie eine zentrale Rolle zu.

Bolivien eröffnet für deutsche Unternehmen der Fleisch- und Soja- und Rohrzuckerverarbeitungsindustrie sowie in der Verpackungswirtschaft vielseitige Marktchancen. Im Gegensatz zu Nachbarstaaten wie Peru und Chile sind in Bolivien bislang nur wenige ausländische Unternehmen aktiv, sodass Marktlücken ohne große internationale Konkurrenz gezielt anvisiert werden können. Bolivianische KMU sind häufig nicht oder nur unzureichend automatisiert und digitalisiert und bieten insbesondere im Bereich der Technologielösungen für deutsche Anbieter entsprechend großes Absatzpotenzial.

Aktuell kommen in der Viehwirtschaft für Tierfütterung, Schlachtung und Zerlegung vorrangig brasilianische und argentinische Technologien zum Einsatz. Gleichzeitig zielen viele bolivianische Produzenten immer mehr auf Fleischproduktion im Premium- und Exportsegment ab, wodurch Kooperationsmöglichkeiten für deutsche Hersteller von Lebensmittel- und Verpackungstechnologien entstehen. Im tropischen, östlichen bolivianischen Tiefland stellt außerdem die Gewährleistung von lückenlosen Kühlketten ein zentrales Thema der lokalen Agrarwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung dar. Deutsche Anbieter können hier maßgeschneiderte und effiziente Lösungen anbieten. Auch die Lebensmittellogistik bietet Anknüpfungspunkte und kann von ausländischer Seite unterstützend optimiert werden. Da Nahrungsmittel von wenigen Produktionszentren in das gesamte und sehr weitläufige Land verteilt werden müssen, gibt es hier langfristige Marktpotentiale. Die bolivianische Lebensmittelverpackungsindustrie ist bislang von wenigen Playern geprägt. Während der Pandemie herrschte ein starker Verpackungsengpass, weshalb die lokale Produktion zukünftig stärker im Fokus stehen wird und deutschen Firmen Kooperationsmöglichkeiten mit lokalen Produzenten bietet. Darüber hinaus ist bisher die Recyclingquote bei Lebensmittelverpackungen gering, sodass deutsche Unternehmen sich mit umweltfreundlichen und kostengünstigen Lösungen einbringen können. Insbesondere kühlkettenfreundliche Produktdesigns (bspw. für Fleisch- und Milchprodukte) sind gefragt.

Anmeldeschluss für eine Teilnahme an der digitalen Geschäftsanbahnung ist der 06. Oktober 2021.

Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Unternehmen beschränkt. Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge der Anmeldungen berücksichtigt, KMU haben Vorrang vor Großunternehmen.

Projektschwerpunkte

  • Individuelle B2B-Meetings mit potenziellen Geschäftspartnern
  • Präsentationen in Form von Webinaren durch ausgewählte Marktexperten und deutschen Repräsentanten vor Ort
  • Zielmarktinformationen die vor Veranstaltungsbeginn an alle Teilnehmer ausgehändigt werden
  • Digitales Networking mit einem Fachpublikum, bestehend aus lokalen Unternehmen, Verbänden und wichtigen Multiplikatoren
  • Unterstützung bei der Organisation von nachträglichen und Terminen durch die AHK Bolivien, sobald Reisen nach Bolivien wieder möglich sind

Weitere Informationen zu der Veranstaltung finden Sie im Projektflyer

Eine Übersicht zu weiteren Projekten des BMWi-Markterschließungsprogramms für KMU finden Sie unter www.ixpos.de/markterschliessung.

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